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"Schlacht von England" sorgt für Hochspannung

In drei von vier CL-Viertelfinals dürfte die Entscheidung im Hinspiel gefallen sein. Hochspannung herrscht einzig noch zwischen Manchester United und Chelsea. Eine "Battle of England" steht bevor.

1:0 hatte vor Wochenfrist das Hinspiel in London nach einem Tor von Wayne Rooney zu Gunsten von ManU geendet. Das bringt die heutigen Gäste im Old Trafford unter argen Zugzwang. Chelseas Teammanager Carlo Ancelotti soll gemäss englischen Zeitungen gar um seinen Job bangen. In beiden englischen Cup-Wettbewerben sind die "Millionarios" von Roman Abramowitsch bereits ausgeschieden und auch in der Premier League haben die Londoner als drittplatziertes Team hinter Manchester United und Arsenal nur noch Aussenseiterchancen.

Während der Gastgeber noch vom zweiten "Triple" der Vereingeschichte träumen darf, bestreiten die Gäste aus dem Süden bereits so etwas wie ein Endspiel. "Ancelotti hat 90 Minuten Zeit, um seinen Job zu retten", schrieb gestern der "Guardian". Und auch für die Spieler ist klar, was Sache ist. "Das ist unser wichtigstes Saisonspiel", sagt der Israeli Yossi Benayoun, "und wenn wir United schlagen, holen wir auch den Pokal. Das Spiel am Dienstag ist unser Final." Am Selbstvertrauen scheint es den Londonern nicht zu mangeln, immerhin müssten danach noch zwei weitere hochkarätige Gegner eliminiert werden, um den Titel zu holen. Vielleicht war es aber auch nur Zweckoptimismus, um die eigenen Zweifel zu beseitigen.

Die Umstände sprechen nämlich klar für den Gastgeber, der die Champions League im Gegensatz zu Chelsea bereits zweimal gewonnen hat (1999, 2008). Im "Theatre of dreams", wie Old Trafford schwärmend auch genannt wird, hat die United seit sechs Jahren kein Spiel der Königsklasse mehr verloren. In dieser Saison musste das Team von Sir Alex Ferguson in neun Heimspielen erst zwei Gegentore einkassieren. Hält Edwin van der Sar sein Tor erneut rein, könnte er sein 50. Spiel in der Champions League ohne Gegentor feiern. Eine eindrückliche Leistung des holländischen Routiniers (40).

Auch die Statistik kann den Gästen, die im Hinspiel in der Schlussphase einen unrechtmässig verweigerten Foulpenalty beklagten, nicht viel Hoffnung machen. Erst zwei Mannschaften haben in der langen Geschichte der Champions League noch die nächste Runde erreicht, nachdem das Heimspiel verloren gegangen war. Ajax Amsterdam vor nunmehr 15 Jahren gegen Panathinaikos Athen und Titelverteidiger Inter Mailand in der laufenden Saison gegen Bayern München. Ob Chelsea sich zu diesem Duo gesellen kann, scheint angesichts der derzeitigen Torabstinenz mehr als fraglich. Fernando Torres, Ende Januar für 58 Millionen Euro aus Liverpool nach London gelotst, hat in zehn Spielen kein einziges Mal getroffen. Von den Stürmern war nur Nicolas Anelka in der laufenden Königsklasse mehr als einmal erfolgreich.

Mit seinem 5:1-Heimsieg im Hinspiel gegen Schachtjor Donezk hat der FC Barcelona bereits vor Wochenfrist dafür gesorgt, dass die Vorbereitungen auf den zweiten "Clasico" dieser Saison am Samstag gegen Erzrivale Real Madrid nicht unnötig gestört werden. Das Rückspiel im fertiggestellten EM-Stadion von Donezk verkommt so zur Nebensache. Weil mit Andres Iniesta (gesperrt), Bojan Krkic, Carles Puyol (beide verletzt) und Eric Abidal (krank) vier Spieler fehlen, werden zahlreiche B-Spieler zum Einsatz kommen.

Selbst der gegnerische Trainer gibt öffentlich zu verstehen, dass er nicht mehr an eine Halbfinal-Qualifikation glaubt. "Mit einem solchen Rückstand ist die Sache praktisch erledigt" sagte gestern Mircea Lucescu, der allerdings mit allen Wassern gewaschen ist und möglicherweise absichtlich auf Understatement machte. Denn Schachtjor ist im eigenen Stadion eine Macht und seit 15 Spielen in der Champions League ungeschlagen.

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