Zwei verrückte Drittel

Das Derby zwischen Wiki und Thun in der Swiss Regio League war nichts für schwache Nerven. Thun siegte nach 6:1-Führung nur knapp mit 7:6.

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Peter Berger@PeterBerger67

Je nach Sichtweise bot das Derby zwei hervorragende oder katas­trophale Drittel. Der EHC Thun führte nach 20 Minuten kom­fortabel mit 5:1. Den zweiten Abschnitt entschieden die Aaretaler mit 4:1 für sich. Die Gastgeber brauchten dabei gerade mal 160 Sekunden, um aus dem zwischenzeitlichen 1:6 ein 5:6 zu machen.

Danach war für Thuns Goalie ­Joël Aschwanden der Arbeitstag nach 27 Minuten beendet. Stephan Küenzi ersetzte ihn. Damit war Aschwanden aber immerhin 14 Spielminuten länger zwischen den Pfosten gestanden als Wikis Lars Lenze. Dieser hatte seinen Posten schon nach dem 1:4 räumen und Sandro Zaugg Platz machen müssen.

Die zahlreichen Gegentreffer nur den Torhütern anzukreiden, wäre indes nicht korrekt. Das Abwehrverhalten war teilweise auf beiden Seiten arg ungenügend. Allerdings wussten sich auch die Stürmer in Szene zu setzen. Im Startdrittel war es vor allem Thuns Pascal Rossel. Der 24-Jährige erzielte im 7. Saisonspiel seine ersten Tore.

Sowohl sein Treffer zum 1:0 wie auch zum 5:1 waren wahre Augenweiden. Rossels Kaltblütigkeit war sinnbildlich für die Vorstellung der Thuner, bei denen Topskorer Joël Reymondin fehlte (Grippe). Das Team von Christoph Schenk war keineswegs überlegen, dafür aber viel effizienter.

Dieses Bild änderte im Mitteldrittel komplett. Wiki nutzte seine spielerischen Vorteile nun auch zu Toren. Christian Reber zeichnete sich dabei als Doppeltorschütze aus. Für die Thuner war der Abschnitt ein Déjà-vu. Sie hatten bereits am Samstag gegen Huttwil im letzten Abschnitt eine 3:0-Führung verspielt und vier Gegentore kassiert.

Wiki hätte durchaus auch noch den Ausgleich erzielen können. Allerdings hatte die Equipe von Stefan Gerber auch Glück, dass die Thuner Joël Eicher und Raffael Lüthi mit ihren Vorstössen nicht re­üssierten und am glänzend reagierenden Zaugg scheiterten.

Das muntere Auf und Ab ging auch im Schlussdrittel weiter. Mit dem einzigen Unterschied, dass beide Teams nur noch einen Treffer erzielten, was Thun letztlich zum glücklichen 7:6-Sieg reichte.

Berner Zeitung

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