YB-Frauen wieder auf dem Weg in den Cupfinal

Die YB-Frauen gewinnen bereits zum dritten Mal in dieser Saison gegen St. Gallen-Staad. Die Bernerinnen stehen damit im Cup-Halbfinal, in dem sie im Frühling auf Basel treffen werden.

Seraina Friedli, Torhüterin und Captain der YB-Frauen, hatte im Cup nur selten heikle Situationen zu überstehen.

Seraina Friedli, Torhüterin und Captain der YB-Frauen, hatte im Cup nur selten heikle Situationen zu überstehen.

(Bild: Iris Andermatt)

Erst kurz nach der Pause musste YB-Torhüterin Seraina Friedli zum ersten Mal im Cup-Halbfinal gegen St. Gallen-Staad eingreifen. Der harmlose Schuss bereitete ihr keine Probleme. «Wenn ich nicht so viel zu tun habe, versuche ich noch mehr zu kommunizieren, um fokussiert zu bleiben», erklärt die 26-Jährige nach dem 2:0-Sieg. Die Torhüterin ist eine Art grosse Schwester für ihre extrem jungen Teamkolleginnen. Friedli hat seit dem Kreuzbandriss von Aline Stöckli das Captain-Amt übernommen. Dementsprechend dirigierte sie ihre Equipe 90 Minuten lang energisch herum.

Vor einer Woche hatten die YB-Frauen in der Meisterschaft ebenfalls gegen den Aufsteiger gespielt und hatten 4:0 gewonnen. «St. Gallen wollte unbedingt Revanche nehmen, deswegen war es nicht einfach für uns», sagt Trainer Julien Marendaz. Nach dem Cup-Erfolg kristallisieren sich die Ostschweizerinnen langsam, aber sicher als Lieblingsgegner der Bernerinnen heraus. Ein Blick auf die Direktduelle der laufenden Saison lässt dies zumindest erahnen: drei Spiele, drei Siege, ein Torverhältnis von 9:2.

Dominante Bernerinnen

Die YB-Frauen starteten aktiver. Das Spiel fand fast ausschliesslich in der Platzhälfte der Gegnerinnen statt. Grosschancen waren aber Mangelware. Einzig Noemi Gillmann sorgte mit ihrem Freistoss ans Lattenkreuz für Aufregung. «Geduld war gefragt – in letzter Zeit war dies nicht unsere Stärke», sagt Friedli. Die Geduld zahlte sich in der 65. Minute aus. Jana Neuhaus erlöste ihr Team mit einem Flachschuss aus der Drehung.

Danach sahen die etwas mehr als 200 Zuschauerinnen und Zuschauer im Sportpark Wyler, wie die Ostschweizerinnen besser ins Spiel fanden. Die Gäste blieben aber über die ganze Spieldauer ungefährlich. Glanzparaden musste Friedli in diesem Spiel keine zeigen. «Ich hätte lieber mehr zu tun gehabt», meint Goalie Friedli und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: «Solange wir vorne die Tore machen, kann ich damit leben.» Zehn Minuten vor Schluss war es Laura Frey, die für YB die Entscheidung herbeiführte. Nach einem scharf getretenen Eckball traf sie per Direktabnahme via Innenpfosten zum 2:0. «Wir haben den Gegner laufen gelassen und die Chancen in der zweiten Halbzeit ausgenützt», bilanziert Trainer Marendaz.

Cup-Halbfinal gegen Basel

Der Weg in den Cupfinal, den sie letzte Saison gegen die FCZ-Frauen 0:5 verloren hatten, führt über ein Heimspiel gegen Basel. Damit haben die YB-Frauen auf dem Papier wohl das einfachste Los erhalten, stehen sich doch Leader Servette und Zürich im anderen Halbfinal gegenüber. In der bislang einzigen Begegnung in dieser Saison gegen Basel war YB jedoch im Oktober mit 0:5 untergegangen. «Unlösbar ist diese Aufgabe sicherlich nicht, aber wir müssen eine Topleistung abrufen», blickt Friedli auf den Cup-Halbfinal voraus, der am 28. März 2020 ausgetragen wird.

Vor der Winterpause bestreiten die YB-Frauen noch zwei Begegnungen: Daheim gegen Tabellenschlusslicht Lugano und auswärts gegen die zweitplatzierten FCZ-Frauen. «Die Siege gegen St. Gallen geben dem jungen Team wieder Selbstvertrauen. Dieses Gefühl müssen wir mitnehmen», sagt Captain Friedli. In der Meisterschaft haben die Bernerinnen zuvor nämlich vier Spiele in Serie verloren. Momentan belegen sie den fünften Tabellenrang von acht Teams. Trainer Marendaz konkretisierte die Zielvorgabe für die beiden letzten Partien so: «Zu Hause gegen Lugano müssen wir gewinnen. In Zürich ist ein Punkt das Ziel.» Spätestens gegen den FCZ wird auf Seraina Friedli wieder mehr Arbeit zukommen.

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