Nichte und Onkel treffen ins Schwarze

Letztes Jahr noch Maximalschützen, lief es Ueli und Rebeka Wyss am diesjährigen Feldschiessen nicht ganz wunschgemäss.

Ueli und Rebeka Wyss aus Gündlischwand.

Ueli und Rebeka Wyss aus Gündlischwand.

(Bild: Christian Pfander)

Peter Berger@PeterBerger67

Acht Schützen aus dem Kanton Bern ist am Feldschiessen 2019 das Maximum von 72 Punkten gelungen. Vor einem Jahr befanden sich mit Onkel Ueli und Nichte Rebeka Wyss sogar zwei Verwandte unter den Maximumschützen. «Das war sehr speziell», erinnert sich Ueli. Die 22-jährige Rebeka hatte am Samstag vorgelegt, der 40-jährige Ueli am Sonntag das Kunststück wiederholt.

«Unter Druck hat mich Rebeka nicht gesetzt. Nach dreimal 69 Punkten wollte ich endlich eine 7 vorne», erzählt Lokführer Ueli, der auch als Gemeinderat in Gündlischwand und im Vorstand des lokalen Schützenvereins tätig ist. Das Schiessen ist für ihn ein Hobby. Trainiert wird – wenn immer möglich – am Donnerstag.

Letzten Samstag verpasste er mit 69 Punkten die angestrebte «7 vorne». «Ich habe diese mit dem allerletzten Schuss vergeben, als ich nur einen Dreier schoss. Ich bin aber trotzdem zufrieden.» Das war auch Rebeka, die 65 Punkte totalisierte. Sie kämpfte dieses Jahr mit gesundheitlichen Problemen. Im Februar zog sie sich bei einem Sturz beim Skifahren eine Schulterverletzung zu. Bänder, Kapsel und Gelenk sind in Mitleidenschaft gezogen werden. Das ärztliche Okay für das Feldschiessen erhielt die 22-jährige Malerin, die sich aktuell auf dem zweiten Bildungsweg zur Medizinischen Praxisassistentin ausbilden lässt, erst vor zehn Tagen.

«Ohne Schmerzmittel hätte ich nicht schiessen können», sagt sie. Üben konnte sie kaum. Für eine, die sonst zweimal pro Woche im Schiessstand anzutreffen ist, ist das hart. «Schiessen ist für mich nicht bloss Ausgleich, sondern ein leidenschaftliches Hobby. Ich würde mich als ambitionierte Schützin bezeichnen», sagt Rebeka Wyss, die bis im Sommer noch ein Voltige-Team trainiert. 2015 hatte sie bereits 70 Punkte erzielt, ein solches Glanzresultat vermochte sie diesmal aufgrund ihrer Verletzung nicht zu realisieren. «Aber nächstes Jahr greife ich wieder an», verspricht sie.

Berner Zeitung

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