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Wiler-Ersigen hat die Qual der Wahl

Das Playoff kann kommen. Wiler-Ersigen befindet sich in blendender Verfassung und strebt den Sieg in der Qualifikation an.

Der Finne Joonas Pylsy ist der Schrecken der gegnerischen Torhüter. Foto: Marcel Bieri
Der Finne Joonas Pylsy ist der Schrecken der gegnerischen Torhüter. Foto: Marcel Bieri

Die Form stimmt beim SV Wiler-Ersigen. 38 Tore in den letzten 4 Spielen zeugen von Dominanz. Die Unteremmentaler kombinieren flott, überfordern die Gegner und untermauern ihre Vormachtstellung im nationalen Unihockey. Gibt es da noch etwas zu mäkeln? «Wer mich kennt, weiss, dass ich nie zufrieden bin», sagt Thomas Berger und schmunzelt. Bitte schön, beim 11:3-Erfolg am Samstag gegen Chur war das Mitteldrittel mangelhaft.

«Es ist doch logisch, dass sich die Teams gegen uns zurückziehen und auf Konter lauern. Chur hatte eine Zeit lang deutlich zu viele Gelegenheiten, Tore zu schiessen.» Am Sonntag auswärts gegen St. Gallen (9:4) gelang der Start nicht nach Mass, die Partie war bis weit ins zweite Drittel ausgeglichen.

Wunsch nach TV-Präsenz

Wiler-Ersigen wird die Qualifikation auf Rang 1 oder 2 abschliessen – und darf sich damit den Gegner im Playoff-Viertelfinal aussuchen. «Der Entscheid liegt allerdings nicht bei mir», erläutert Berger. «Wir werden eine Wunschliste aus sportlicher Sicht vorlegen, der Entscheid wird anschliessend vom Vorstand gefällt.»

Für Wiler-Präsident Reto Luginbühl hat sich der Wunschkandidat allerdings aus dem Playoff-Rennen verabschiedet. «Ein Derby gegen Langnau wäre durchaus attraktiv gewesen», die Tigers aber müssen ins Playout. In die Karten lässt man sich bei Wiler nicht schauen, eine Prognose sei aber gewagt.

Aus sportlicher Sicht wäre Chur der richtige Gegner, aus Sicht des Vorstands könnte die Priorität bei Rychenberg liegen. Die Winterthurer spielen in einer neuen Halle vor vielen Zuschauern. Dies ist für das Schweizer Fernsehen bei der Wahl der Partie, die live übertragen wird, ein gewichtiges Argument.

Und für Wiler-Ersigen ist eine hohe TV-Präsenz wirtschaftlich von Vorteil. Egal, wie der Gegner heisst: Wiler will auf jeden Fall auch in diesem Jahr den Superfinal bestreiten. Das Ziel vom erneuten Titelgewinn muss beim Rekordmeister gar nicht erst formuliert werden.

Am Samstag gegen Chur waren etliche ehemalige Wiler-Cracks Zeugen des grossen Schaulaufens. Der Verein hatte alle Akteure, die ab 1997 in der NLA zum Einsatz kamen, zum Apéro der Ehemaligen eingeladen. In den fachkundigen Diskussionen war man sich einig. Die aktuelle Wiler Mannschaft bietet grossartiges Unihockey.

Die erste Linie mit den Finnen Joonas Pylsy und Krister Savonen sowie dem Slowaken Michal Dudovic spielte die Gegner aus dem Bündnerland schwindlig. Dudovic war für die Tore 1 und 3 zuständig und bewies in beiden Situationen Übersicht. Bekannt durch einen harten Schuss, glänzte der 21-Jährige für einmal mit sanften, bestens platzierten Abschlüssen.

Michal Dudovic trifft beim 11:3-Sieg von Wiler-Ersigen über Chur doppelt. Video: zvg

In Bestform befindet sich derzeit auch Pylsy, der übers Wochenende sieben Skorerpunkte einheimste und sich in der internen Skorerwertung absetzen konnte. Nur, Wiler muss sich nicht allein auf die Paradeformation verlassen, im zweiten Block agierten Nicola Bischofberger und Tatu Väänänen, zwei Verteidiger mit grosser internationaler Erfahrung. Und die dritte Formation wurde vom Mister Unihockey, Matthias Hofbauer, angeführt. Kurz: Wiler kann mit sämtlichen drei Blöcken Druck auf den Gegner ausüben.

Die Meisterschaft geht bald in die entscheidende Phase, der bisherige Saisonverlauf hat die Prognosen erhärtet. Wiler-Ersigen und GC sind die besten Equipen der Liga. Malans, Köniz und Zug bilden das schmale Mittelfeld, und die restlichen drei Playoff-Teilnehmer werden sich höchstwahrscheinlich nach den Viertelfinals aus dem Championat verabschieden. Für Überraschungen ist wenig Platz.

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