Wikis Coup und das Projekt

Wiki-Münsingen fügt in der Swiss Regio League Leader Sierre die erste Niederlage nach 60 Minuten zu. Die ersatzgeschwächten Aaretaler gewinnen 4:2. 

Wikis Captain Cyril Kormann steuerte zwei Assists zum Sieg bei.

Wikis Captain Cyril Kormann steuerte zwei Assists zum Sieg bei.

(Bild: Manuel Zingg)

Peter Berger@PeterBerger67

Wiki-Münsingen erlebt derzeit die erfolgreichste Phase der bisher harzigen Saison. Gegen Sierre resultierte bereits der vierte Sieg in Serie. Gegen den Leader beeindruckten die Aaretaler mit einer engagierten und konzentrierten Leistung. Das Team von Stefan Gerber überzeugte trotz weiterhin langer Absenzenliste. «Die Punkte gegen Sierre durften wir nicht unbedingt einplanen. Aber wir haben uns nach dem schwierigen Saisonstart gefangen, Durch die vielen Ausfälle sind wir noch näher zusammengerückt», sagt Captain Cyril Kormann nach dem Coup. 

Die Gastgeber hielten mit dem Favoriten von Beginn weg gut mit. Nach dem Führungstreffer von Martin Baltisberger waren sie näher am 2:0 als die Absteiger aus der Swiss League dem Ausgleich. Trotzdem stand es nach dem ersten Drittel 1:1. Wikis Tim Künzi hatte den besagten zweiten Treffer in der 9. Minute noch verpasst, erzielte aber dann in der 44. Minute mit dem 3:1 den vorentscheidenden Treffer. 

Kormann als Verteidiger

Stefan Baumgartner sicherte die drei Punkte schliesslich 56 Sekunden vor Schluss mit einem Schuss ins leere Tor. Die Vorarbeit dazu hatte Kormann geleistet. Für den Captain war es bereits der zweite Assist an diesem Abend. Wegen der zahlreichen Absenzen spielte der Stürmer nun schon zum vierten Mal als Verteidiger. «Wir suchten Optionen, um die Lücken in der Defensive zu füllen. Ich habe dem Coach gesagt, dass wir es mit mir als Verteidiger probieren können», erzählt Kormann und fügt an, «aber ich sehe das mehr als ein Projekt.»

Der 26-Jährige ist eigentlich ein Vollblut-Stürmer, hat zuvor in seiner Karriere noch nie als Back gespielt. «Zwei, drei verletzte Spieler sind normal, aber bei uns sind es derzeit immer etwa sieben, das ist extrem», meint Kormann. Mit Noel Waber hat sich am Samstag sogar ein weiterer Verteidiger verletzt. So dürfte der Stürmer weiter hinten aushelfen. «Bisher läuft es erstaunlich gut», sagt Kormann schmunzelnd. Er verheimlicht aber nicht: «Ich rücke dann gerne wieder nach vorne, schliesslich bin ich lieber Stürmer.»

Montandon in Sierre

Auf seiner angestammten Verteidigerposition spielte dagegen Maxime Montandon. Der 24-jährige Sohn von Legende Gil Montandon (1070 NLA-Spiele, dreifacher Meister mit dem SC Bern) unterschrieb im Sommer einen Vertrag bei Genf-Servette, wurde aber gleich zwei Stufen tiefer an Sierre ausgeliehen. «Ich besuche hier eine Schule und werde die ganze Saison bei Sierre absolvieren, ausser bei Servette fallen zahlreiche Verteidiger aus», sagt der Hüne (2,03 m), der bis 2015 für Fribourg 44 Partien in der NLA absolviert hat.

Bei den Wallisern gefällt es Montandon, obwohl er mit seiner Mannschaft eine wenig erfolgreiche Berner Woche hinter sich hat. Zuerst gab es am Mittwoch in Thun eine 4:5-Niederlage nach Verlängerung und nun gegen Wiki-Münsingen die erste Saisonpleite nach der regulären Spielzeit. «Jetzt müssen wir einen Neustart machen», sagt Montandon. Sein Ziel ist klar: «Ich will mit Sierre zurück in die Swiss League.» In der zweithöchsten Liga hatte er die letzten drei Jahre schon mit Visp, Biasca und Ajoie gespielt. Bei den Jurassieren spielt aktuell auch sein drei Jahre älterer Bruder Arnaud.

Berner Zeitung

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