Wiki verliert Spieler, aber wenig Spiele

Immer noch beklagt Wiki-Münsingen eine lange Absenzenliste. Trotzdem hat seit einem Monat kein Team weniger oft verloren als die Aaretaler.

Wiki-Spieler Christian Reber feiert einen weiteren Torerfolg gegen Chur.

Wiki-Spieler Christian Reber feiert einen weiteren Torerfolg gegen Chur.

(Bild: Andreas Blatter)

Peter Berger@PeterBerger67

Am Ende wurde es noch einmal eng, aber schliesslich setzte sich Wiki auch gegen Schlusslicht Chur durch. Der 4:3-Erfolg war verdient. Und plötzlich liegt Wiki nur noch vier Punkte hinter dem zweitplatzierten Huttwil. Das ist bemerkenswert. Denn die Aaretaler werden von einer argen Verletztenmisere geplagt. Entsprechend war der Saisonauftakt.

Nur drei Siege resultierten in den ersten acht Begegnungen. Am 17. Oktober aber hatte Wiki im Wallis gegen Chablais eine positive Serie gestartet. Seither feierte die Equipe acht Siege und verlor bloss einmal. Kein anderes Team in der Liga hat in dieser Zeitspanne so wenig verloren. Dübendorf musste zwei Niederlagen hinnehmen, alle anderen Mannschaften mindestens drei. Und das, obwohl bei Wiki die personelle Situation weiterhin alarmierend ist. Auch gegen Chur fehlten Trainer Stefan Gerber neun Akteure. «Unsere Serie ist wirklich atypisch», gesteht der Coach. «Aber wir sind natürlich froh,dass zumindest die Resultate stimmen.»

Guter Spirit

Als Begründung für die Erfolgsserie mit minimaler Personaldecke erwähnt Gerber den Spirit. «Alle sind nochmals näher zusammengerückt, kämpfen für einander. Die jungen und unerfahrenen Spieler merken, dass sie gebraucht werden. Sie dürfen auch den einen oder anderen Fehler mehr machen, ohne dass sie gleich bestraft werden.» Ein Sonderlob spricht der Trainer den beiden Torhütern Lars Lenze und Sandro Zaugg aus.

«Sie sind ein wichtiges Standbein. Ohne sie wären die positiven Resultate nicht möglich.» Doch die personelle Situation bleibt schwierig. Gegen Chur hatte Gerber gerade mal neun Stürmer zur Verfügung. «Im letzten Drittel haben wir regelmässig Mühe, weil uns die Energie ausgeht.» Unter der Personalnot leidet auch das Training. «Wir stocken mit Spielern von Mühlethurnen und Freimettigen aus unteren Ligen auf, damit wir wenigstens mit vier Blöcken trainieren können.»

Gerber ist trotz der Erfolgsserie jedenfalls froh, dass nun bis im Dezember die Wochentagsspiele ausfallen. Ganz anders als bei Wiki verläuft die Erfolgskurve bei Chur. Das Schlusslicht fiel zwar am Samstag in der Sagibachhalle von Wichtrach nicht ab, kassierte aber dennoch die fünfte Pleite in Folge. Der bekannteste Mann bei den Bündnern steht mit Konstantin Kuraschew an der Bande. Der russisch-schweizerische Doppelbürger mit Vergangenheit als Assistenztrainer beim SC Bern (2004 bis 2007) und anschliessend vorwiegend als Nachwuchstrainer in Langnau (bis 2015) kam diese Saison in die Schweiz zurück, nachdem er ein Jahr in der KHL als Asstistenzcoach in Sotschi tätig war.

«Khur a Chef»

Als Rückschritt will er das Engagement in der Swiss Regio League nicht verstanden wissen. «Überhaupt nicht, natürlich gibt es qualitative Unterschiede, aber mir gefällt es.» Schon als er den Chefposten in Chur angetreten hat, hat er augenzwinkernd gesagt, er heisse «Khur a Chef», das passe also. «Wir wollen das Team verjüngen und wussten vor dem Saisonstart, dass dieser Prozess schwierig werden würde», sagt der 56-Jährige.

Chur-Trainer Konstantin Kuraschew gibt seinen Spielern Anweisungen. Bild: Andreas Blatter

Trotzdem hat er hohe Ansprüche. Nach der letzten Partie zuhause gegen Wiki (1:2) im Oktober, liess er die Spieler nochmals antreten. «Das war aber kein Straftraining, sondern eine kleine Botschaft, dass man immer kämpfen muss», meint Kuraschew dazu. Beim 3:4 vom Samstag gegen den gleichen Gegner kann der Headcoach seinen Akteuren einsatzmässig keinen Vorwurf machen. Dennoch hält er fest: «Wir verlieren zu einfach.» Das kennt Wiki-Münsingen nicht.

Berner Zeitung

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