Viel gewechselt, gut erholt

Die Zeit von Jakub Szymanski beim BSV Bern soll nicht in dieser Woche enden.

Jakub Szymanski (Mitte) setzt sich durch.

Jakub Szymanski (Mitte) setzt sich durch.

(Bild: Andreas Blatter)

Reto Pfister

«Doch, ich bin wieder gut erholt», sagt Jakub Szymanski, zwei Tage nach seiner überragenden Leistung mit zehn Treffern beim 35:31-Erfolg gegen St.Otmar St.Gallen. Der 36-jährige Tscheche war sichtbar entkräftet, nachdem er massgeblich dazu beigetragen hatte, dass sein Team in der Viertelfinalserie 2:1 in Führung gegangen war. Wichtig war es für ihn deshalb, sich möglichst rasch gut zu erholen.

Der Ostersonntag war trainingsfrei, Szymanski begab sich auf den Hometrainer, um die Müdigkeit aus der Muskulatur zu fahren, dazu entspannte er sich im Jacuzzi. Einen Tag später begann dann die unmittelbare Vorbereitung auf die Auswärtspartie in St. Gallen (Dienstag, 20.15 Uhr).

Wenig Brot

Ein Sportler, der sich wie Szymanski auf das Ende seiner Laufbahn zubewegt, muss besonders darauf achten, seine Kräfte einzuteilen. Das beginnt bereits während des Spiels. Der Teamsenior der Berner wurde schon in der ersten Halbzeit von Trainer Aleksandar Stevic ab und zu auf die Bank beordert. «In einem einzelnen Spiel könnte ich noch während der gesamten 60 Minuten auf dem Platz stehen», sagt Szymanski. «In einer Playoff-Serie mit Partien jeden zweiten Tag geht das jedoch nicht mehr.»

Er und der Coach hätten in dieser Hinsicht auch aus der letzten Saison gelernt, nachdem Szymanski in der entscheidenden Phase nicht immer überzeugende Leistungen gezeigt hatte. Er achtet auch auf eine optimale Ernährung. Pommes frites und Hamburger sind tabu, selbstverständlich auch Alkohol. «Obwohl es für einen Tschechen nicht einfach ist, kein Bier zu trinken», sagt Szymanski. Er hat ausserdem herausgefunden, dass ihm Brot nicht besonders bekommt, also verzichtet er im Moment weitgehend darauf.

Bis heute Abend, wenn das vierte Viertelfinalspiel angepfiffen wird, sollte der Berner Spielmacher so wieder bereit sein, um sein Team in Richtung Halbfinal zu führen. Um die erste von zwei Chancen zu nützen, muss der BSV erstmals in dieser Saison in der Ostschweiz gewinnen. Er nennt das Rezept, wie der Sieg gelingen kann. «Wir müssen unsere Chancen nutzen und gleichzeitig cool bleiben, uns nicht provozieren lassen.»

In den letzten beiden Partien beendeten jeweils zwei Berner die Partie nicht auf dem Feld, ohne dass die Ausschlüsse zwingend gewesen waren. Auch Szymanski war am letzten Donnerstag davon betroffen. «im Playoff muss man zu 100 Prozent Einsatz geben, sich aber gleichzeitig an den Massstab der Schiedsrichter anpassen», meint er.

Zukunft ausgeblendet

Kein Thema ist für Szymanski derzeit die persönliche Zukunft. Der BSV will das Team verjüngen und hat den Ende Saison auslaufenden Vertrag des 36-Jährigen nicht verlängert. Möglich ist, dass er weiter als Spieler aktiv ist, es kann aber auch sein, dass er ins Trainergeschäft einsteigt. Mit Wacker Thun führt er Gespräche, er prüft auch andere Optionen. «Damit beschäftige ich mich jedoch erst, wenn das Playoff vorbei ist», sagt er. Dies soll noch möglichst lange nicht der Fall sein, die Zeit des Tschechen in Bern soll nicht in dieser Woche enden. Vielmehr soll auf den Viertelfinal eine Halbfinalserie folgen, in der sein Team wohl gegen Kadetten Schaffhausen antreten würde.

Berner Zeitung

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