Uni Bern feuert den polnischen Libero

Uni Bern verliert ohne den 19-jährigen Libero Rafal Maczkowski gegen Luzern 2:3.Anstelle des entlassenen Polen gibt der 21-jährige Zürcher Andrin Flück sein Debüt.

Einstand und Abschied: Andrin Flück (links) spielte erstmals, Mirco Gerson letztmals in dieser Saison für Uni Bern. Foto: Urs Baumann

Einstand und Abschied: Andrin Flück (links) spielte erstmals, Mirco Gerson letztmals in dieser Saison für Uni Bern. Foto: Urs Baumann

Peter Berger@PeterBerger67

Am Ende steht Rafal Maczkowski dann doch noch auf dem Feld. Nachdem der Libero das Spiel gegen Luzern in Zivilkleidung in den Zuschauerreihen verfolgt hatte, klatscht er nun mit den Teamkollegen ab. Auf die Frage, ob er verletzt sei, antwortet der 19-Jährige: «Nein. Ich spiele nicht mehr für Uni Bern.»

Auf Nachfragen sagt der Pole nur, dass er von Trainer Mikolaj Ostrowski enttäuscht sei. Der polnische Landsmann und Chefcoach begründet das Fehlen des Liberos: «Sportlich hat er meine Erwartungen nicht erfüllt. Trotz seinem Alter erwarte ich von einem Ausländer mehr.»

Erst im Sommer hatte der neue Trainer Maczkowski aus der Heimat geholt, nun schickt er ihn nach vier Monaten wieder zurück: «Ich nehme das auf meine Kappe», meint Ostrowski und ergänzt: «Es kamen noch ein paar andere Sachen dazu, die in meinen Augen nicht professionell sind. Ich habe ihn ermahnt, es hat leider nichts genützt.»

Der 19-jährige Libero Rafal Maczkowski wurde bei Uni Bern entlassen. Foto: Iris Andermatt

Uni-Präsident Felix Merz bestätigt und verteidigt den Rauswurf: «Wir haben ihm am 29. November per Ende Jahr gekündigt und ihn entlassen.» Viel konkreter wird auch Merz nicht. «Es gab verschiedene Gründe. So war etwa auch der Trainingseinsatz nicht immer optimal. Am Ende gab die sportliche Leistung den Ausschlag.»

Flücks Einstand

Für Maczkowski spielte gegen Luzern erstmals Andrin Flück. Der 21-jährige Zürcher wurde in einer Blitzaktion von NLB-Leader Voléro verpflichtet. «Am Anfang war ich etwas nervös, ansonsten gelang mir ein gutes Spiel», meinte Flück zu seinem Debüt in der NLA. Angewöhnungsschwierigkeiten habe er nach bloss drei Trainings mit dem Team nicht gehabt.

«Ich spiele seit zwölf Jahren Volleyball.» Vorerst bleibt er bis Ende Saison bei Uni Bern. Flück reduziert deshalb sein Arbeitspensum als Gebäudetechnikplaner in Zürich. «Ich will für Uni mein Bestes geben und hoffe auf ein paar Siege.» Trainer Ostrowski zeigte sich mit dem Einstand des Maczkowski-Nachfolgers sehr zufrieden. «Natürlich ist es nicht ideal, dass er aus der NLB kommt. Aber ich sehe bei ihm wie schon bei Rafal Potenzial. Bloss erkenne ich bei Andrin die grössere Motivation.»

Gersons Abschied

Die Niederlage gegen Luzern konnte indes weder Flück noch Teamleader Mirco Gerson verhindern. Dabei wären statt einem Punkt für die 2:3-Niederlage durchaus drei Zähler für einen 3:0-Erfolg möglich gewesen. Die Berner gaben im ersten Satz eine 21:17-Führung preis (22:25) und gewannen die Durchgänge zwei und drei.

Im vierten Satz glichen sie nach einem 0:6-Rückstand beim Stande von 23:23 erstmals aus, ehe den Luzernern wieder zwei Punkte in Folge gelangen. Im Entscheidungssatz lag das Heimteam nie in Führung und verlor schliesslich 14:16. «Schade», meinte Gerson.

Der Beachvolleyballprofi stand dem Team letztmals zur Verfügung und wechselt nun definitiv wieder in den Sand. «Ich hätte zum Abschluss gerne gewonnen, immerhin hat man gesehen, dass wir gekämpft haben.» Gerson erhielt bei seinem Abschied vom Publikum Applaus und vom Team Geschenke ­– Maczkowski nicht.

Berner Zeitung

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