Stress wegen WM-Titel

Abfahrtsweltmeister Lars Rösti bestreitet am Mittwoch die Abfahrt am Weltcupfinal in Andorra und am Samstag das letzte Europacuprennen in Italien.

Lars Rösti weilte vor der wichtigen Schlussphase in Andorra und Italien drei Tage in der Schweiz. Foto: Nicole Philipp

Lars Rösti weilte vor der wichtigen Schlussphase in Andorra und Italien drei Tage in der Schweiz. Foto: Nicole Philipp

Peter Berger@PeterBerger67

Vor 18 Tagen ist Lars Rösti in Italien Juniorenweltmeister in der Abfahrt geworden. Seither geht es für den 21-jährigen Simmentaler Schlag auf Schlag. Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.

Der Rummel um seine Person habe nach dem WM-Titel zugenommen, erzählt Rösti. «Aber alles hat sich schon wieder etwas beruhigt», sagt er und trinkt genüsslich seinen Kaffee. Geblieben ist jedoch der Reisestress: Nach dem Triumph in Italien ging es nach Kvietfjell. Von Norwegen direkt nach Hinterstoder. Nach der Absage des Europacup-Super-G in Österreich kehrte der Berner Oberländer Mitte der vergangenen Woche für drei Tage in die Schweiz zurück.

Seit Samstag weilt er in Andorra. Von dort geht es für ihn am Mittwoch direkt weiter nach Italien. «Ich merke, dass die letzte Phase der Saison an der Substanz zerrt. Schnell ist ein Muskel verspannt oder machen sich irgendwo am Körper Schmerzen bemerkbar. Doch ich kann mich nicht beklagen. Mir geht es gut, und ich verfüge noch über genügend Energiereserven.»

Fast der 1. Weltcuppunkt

Es ist gerade diese Schlussphase der Saison, in der sich die Höhepunkte für den Speedspezialisten aus St. Stephan jagen. Nach der Junioren-WM in Italien durfte Rösti in Kvitfjell im Weltcup debütieren. Die Premiere auf höchster Stufe war eigentlich schon Anfang Februar vorgesehen gewesen. Doch die Abfahrt in Garmisch musste wegen Schneefalls abgesagt werden.

Auch in Norwegen wurde die erste der zwei geplanten Abfahrten wegen der Wetterbedingungen gestrichen. «Ich befürchtete schon, dass es wieder nichts wird», erzählt Rösti. Am 2. März war es dann doch so weit. Rösti fuhr in seiner ersten Weltcupabfahrt auf Platz 31. «Das war eine coole Sache.» Natürlich wäre er gerne in die Punkteränge gefahren. Zu Rang 30 fehlten bloss zwei Zehntel.

«Im ersten Moment ärgerte mich der knappe Rückstand, aber insgesamt war es eine gute Vorstellung.» Die zweite Chance auf Weltcuppunkte folgt am Mittwoch. Als Juniorenweltmeister darf er die Abfahrt am Weltcupfinale in Soldeu bestreiten. Das Highlight ist indes mit Stress verbunden. Unmittelbar nach dem Rennen geht es mit dem Auto in drei Stunden nach Barcelona.

Von dort fliegt Rösti nach Venedig. Die 2,18 Meter langen Abfahrtsski müssen ebenfalls mit. «Ich hoffe, der Gepäcktransport klappt.» Von der Küstenstadt dauert die Autofahrt nach Sella Nevea nochmals gut zwei Stunden. «Ich werde spät in der Nacht ankommen. Vielleicht verzichte ich am Donnerstag auf das erste Training.» Allerdings geht es an der italienisch-österreichischen Grenze um viel.

In der letzten Europacupabfahrt versucht Rösti am Samstag in der Gesamtwertung noch einen Podestplatz zu ergattern. 27 Punkte muss er als Fünfter aufholen. «Ich brauche ein Top-5-Ergebnis», ist er sich bewusst. «Die Konkurrenz ist jedoch stark, die Aufgabe schwierig.» Gelänge dem B-Kader-Athlet von Swiss-Ski der Sprung in die Top 3, hätte er nächsten Winter einen Fixplatz im Weltcup.

Es wäre der krönende Abschluss einer erfolgreichen Saison. Der Schluss ist das indes noch nicht. «Ich werde anschliessend noch die Schweizer Meisterschaft auf dem Stoos und wohl ein paar FIS-Rennen bestreiten.» Und am 15. April rückt Rösti dann in die Spitzensport-RS in Magglingen ein.

Berner Zeitung

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