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Rotweiss will an die Spitze

Die Thuner Handballerinnen streben unter Präsidentin Ursula Haller einen Titelgewinn an.

Anna Frankova und Viktorija Blazhevska. Foto: Christian Pfander
Anna Frankova und Viktorija Blazhevska. Foto: Christian Pfander

Es sind bemerkenswerte Ereignisse. Erst geben die Leute von Rotweiss Thun bekannt, Urs Mühlethaler als neuen Trainer verpflichtet zu haben. Pfadi Winterthur, die Schweizer Nationalmannschaft und einen Bundesligaclub coachte der Berner schon, er ist einer der erfolgreichsten Übungsleiter hierzulande. Er folgt im Sommer auf Peter Bachmann, wodurch die Oberländerinnen auf den Abgang eines ausgesprochen renommierten hiesigen Trainers mit dem Zuzug eines… ausgesprochen renommierten hiesigen Trainers reagieren. Kurze Zeit später kommuniziert der Nationalliga-A-Verein, sich mit zwei Ausländerinnen verstärkt zu haben.

Das sind Handlungen eines Spitzenclubs – der die Thunerinnen noch nicht wirklich sind, aber sehr wohl werden wollen, wie Präsidentin Ursula Haller sagt. Das 50-Jahr-Jubiläum feiert Rotweiss heuer, und in absehbarer Zeit soll ein Titel her. Dreimal ist das Fanionteam schon im Cupfinal gestanden, es verlor meist knapp, 2019 bekundete es grosses Pech, als es in extremis unterlag. Haller versichert, die Equipe orientiere sich nach oben; dritte, vierte Kraft zu bleiben, sei nicht das Ziel.

Die Thunerin war lange Zeit Nationalrätin, und als sie sich 2014 zurückzog, bezeichnete das etwa die «Neue Zürcher Zeitung» als grossen Verlust für die helvetische Politik. Einen hohen Bekanntheitsgrad weist sie unverändert auf, gerade natürlich in ihrer Heimat. Bei Rotweiss ist die 71-Jährige weit mehr als bloss Repräsentantin mit klingendem Namen. Die frühere Handballerin ist sehr engagiert, investiert bis zu dreieinhalb Tage wöchentlich in das Amt. Sie tut Dinge, um die sie sich gewiss nicht kümmern müsste, begleitet neue Spielerinnen auf Wohnungsbesichtigungen und holt bei den Behörden die nötigen Papiere ab.

Haller wirkte bei den jüngsten Transfers mit und hilft auf der Suche nach Arbeitgebern für Viktorija Blazhevska (27) und Anna Frankova (23), die Zuzüge. Profis sind die Ausländerinnen nicht, Rotweiss operiert mit einem Budget im niedrigen sechsstelligen Bereich und vermag bloss kleine Pensen anzubieten. Haller sagt, Rotweiss wolle weiterhin auf einheimische Talente setzen und den jungen Spielerinnen starke, erfahrene Akteurinnen zur Seite stellen – «Vorbilder», wie sie sagt.

Der Club schreibt wieder schwarze Zahlen, er macht vieles richtig, der neue Internetauftritt etwa wirkt sehr professionell. Auf dem Feld blieb der Coup zuletzt aus; die Thunerinnen belegen vor dem Finalrundenstart am Wochenende mal wieder den vierten Rang. Die Basis für mehr aber: Sie ist gelegt.

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