Nichts geht mehr

0:3 gegen Schönenwerd – Uni Bern kassierte die sechste Niederlage in Folge.

Ratlos: Ulrich, Radomski und Sommer (von links).

Ratlos: Ulrich, Radomski und Sommer (von links).

(Bild: Manuel Zingg)

Peter Berger@PeterBerger67

Nach dem vielversprechenden Saisonstart ist Uni Bern in die Negativspirale geraten. Seit dem 3:1-Heimsieg am 4. November über Chênois warten die Berner auf einen Sieg. Sechs Niederlagen sind es nun schon. Alarmierend sind vor allem die beiden letzten. Vor einer Woche verlor das Team von Mikolaj Ostrowski bei Schlusslicht Jona sang- und klanglos mit 0:3. Auch am Samstag blieb die Equipe chancenlos, diesmal immerhin gegen den Tabellenzweiten Schönenwerd. Es waren die beiden ersten Partien ohne Teamleader Mirco Gerson. Der Beachvolleyballprofi bereitet sich auf die Sandsaison vor.

Wie an Beerdigung

«Wir haben noch andere Spieler im Team, die eine Leaderfunktion übernehmen können», meinte Mikolaj Ostrowski. Der Trainer haderte aber damit, dass dies nicht geschah. «Statt mit Motivation und Emotionen zu spielen, war die Stimmung auf dem Feld wie an einer Beerdigung. Anstatt sich gegenseitig anzutreiben, liessen die Spieler die Köpfe hängen.»

So setzte der Coach etwa gegen Schönenwerd im dritten Satz den Kanadier Darryl Shank nicht mehr ein, für ihn durfte Alexis Tapparel ran. Ostrowski bemängelte zudem «die zu einfachen Anspiele». Neben dem Service gefiel ihm auch die Ausbeute im Angriff nicht. «Speziell wenn wir eine zweite Chance bekommen haben, vermochten wir nicht zu reüssieren.»

Offensiv war zu viel von Topskorer Jakub Radomski abhängig. Dem neuen Libero Andrin Flück – der Zürcher wurde vor zwei Wochen für den entlassenen Polen Rafal Maczkowski verpflichtet – gelang nicht jede Annahme. Deshalb wiederum stieg der Druck auf Passeur Lars Ulrich. Der Luzerner kehrte von einer Fingerverletzung zurück, verlor aber das Duell gegen Bruder Luca Ulrich, der bei Schönenwerd Topskorer ist, deutlich.

«Nicht alles verteufeln»

«Es ist einfach, jetzt negativ zu werden. Wir dürfen aber nicht alles verteufeln», sagt Janick Sommer. Der Captain verweist nach den Abgängen von Maczkowski und Gerson auf die neuen Konstellationen: «Im Angriff und in der Abnahme sind neue Personen da, entsprechend gibt es noch Abstimmungsprobleme.»

Gersons Ersatz Jacek Ziemnicki gehört zwar seit Sommer zum Team, kam aber selten zum Einsatz. Dem Polen fehlt es neben der Spielpraxis auch an Selbstvertrauen. «Wir müssen lernen, einen Fehler sofort zu vergessen und uns wieder auf den nächsten Ballwechsel zu fokussieren», rät Sommer. Nach dem Spiel am Samstag bei Chênois ist Pause. «Diese tut allen gut», betonen Ostrowski und Sommer.

Berner Zeitung

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