Mehr erwartet

Die Berner Fussballteams aus der 2. Liga inter ziehen nach der Vorrunde Bilanz.

Lerchenfeld mit Kai Knuchel (links) und Konolfingen mit Bojan Gilgen sind in der Vorrunde der 2. Liga interregional öfter ausgerutscht als ihnen lieb war.

Lerchenfeld mit Kai Knuchel (links) und Konolfingen mit Bojan Gilgen sind in der Vorrunde der 2. Liga interregional öfter ausgerutscht als ihnen lieb war.

(Bild: Patric Spahni)

Peter Berger@PeterBerger67

Thun II, Rang 5, Gruppe 2: Mit dem spielerischen Bereich ist Gian-Luca Privitelli zufrieden. «Wir haben neun Spiele dominiert, aber nicht neun gewonnen. Das bedeutet, dass wir die Details nicht gut genug gemacht haben. Trotzdem sind wir fussballerisch mit der talentierten Mannschaft auf einem guten Weg.» Was den Gesamteindruck der Vorrunde beim Trainer trübt, ist, «dass nicht jeder immer alles für das Team gibt». Und der Teamgedanke geniesst in Thun nicht nur für die 1. Mannschaft oberste Priorität. Privitelli weiss, dass die Umsetzung schwierig ist. «Denn die internationalen Vorbilder unserer jungen Spieler glänzen nicht mit Vereinstreue, Bescheidenheit und bedingungslosem Teamgedanken, vielmehr sind das Ich-AGs.» Trotzdem will er mit seinem Staff daran arbeiten, dass neben der individuellen Entwicklung den Spielern auch diese Werte bewusster werden.

Lerchenfeld, Rang 14, Gruppe 3: Wie im Vorjahr überwintert der FCL als Schlusslicht. Doch statt 5 Zähler auf dem Konto sind es jetzt immerhin 8. «Dennoch stimmen Aufwand und Ertrag nicht überein», sagt Daniel Klossner. Seine junge Equipe (Durchschnittsalter 21 Jahre) sei willig, aber unerfahren. «In den engen Partien fehlte uns die Routine.» Trotz der ungemütlichen Tabellenlage habe er nie den Hammer ausgepackt. «Ich bleibe ruhig. Auch im Verein herrscht keine Nervosität. Die Clubführung steht hinter uns», erklärt der Trainer. Positiv stimmt Klossner, dass «das Team in der schwierigen Phase sogar näher zusammengerückt ist.» Im Frühling will der FCL analog zur vergangenen Saison mit einer ­­Aufholjagd den Ligaerhalt realisieren.

Köniz II, Rang 13, Gruppe 3: Seit dem Weggang von Geldgeber René Lanz ist Köniz im Umbruch. Das Kader des «Zwöi» besteht aus jungen Akteuren. «Die müssen jetzt Erwachsenen-Fussball spielen. Die körperlichen Unterschiede zu anderen Teams sind gross, das sind wie zwei Welten», sagt Jiri Koubsky. «Neben der physischen Härte fehlt uns auch die mentale Stärke.» Der Trainer betont, dass er für den Abstiegskampf eigentlich erfahrene Spieler holen müsste. «Aber das wird schwierig, zumal wir ein Ausbildungsteam für unsere erste Mannschaft sind.» Aufgeben kommt für Koubsky gleichwohl nicht in Frage, schliesslich habe er auch gute Phasen gesehen. «Insgesamt machten wir aber viel zu viele einfache Fehler. Eigentlich verteilen wir seit August Weihnachtsgeschenke.»

Spiez, Rang 9, Gruppe 3: Der Aufsteiger liegt über dem Trennstrich. «Dennoch wären mehr Punkte möglich gewesen», sagt Peter Kobel. Allerdings kämpften die Oberländer auch mit der Doppelbelastung. Die zwei Runden im Schweizer Cup gingen nicht spurlos vorbei. «Wir waren danach müde.» Etwas anderes stört den Trainer indes weit mehr. «Die Spieler erlauben sich zu viele Absenzen. Eigentlich hätte ich von ihnen in der höheren Liga diesbezüglich mehr Ehrgeiz erwartet.» Der FCS beklagt aber noch andere Absenzen. «Wir kassieren zu viele Karten und machen uns mit Sperren das Leben selber schwer», sagt Kobel. In der Rückrunde kommen Joel Fryand und Michael Wittwer (beide Münsingen) für die zurückgetretenen Andreas Burri und Oliver Wymann.

Konolfingen, Rang 8, Gruppe 3:Die Emmentaler haben einen Umbruch eingeleitet. «Trotzdem habe ich mehr erwartet», gesteht Marcel Joss. Gerne hätte er sechs Punkte mehr auf dem Konto, meint der Trainer und verweist auf die sieglose Phase von fast zwei Monaten. Mit dem Sieg gegen Bubendorf bleibt der FCK aber in Tuchfühlung mit der vorderen Tabellenhälfte. Das Hauptaugenmerk gilt jedoch weiterhin dem Ligaerhalt. Zuversicht schöpft Joss aus der Tatsache, dass die jungen Akteure nun bereits ein halbes Jahr Erfahrung sammeln konnten. «Eigentlich ist der Schritt für die Jungen direkt in die 2. Liga inter zu gross. Sie sind zwar willig, machen natürlich aber mehr Fehler.» Trotzdem hält der FCK weiterhin an seiner Philosophie fest, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen.

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