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Matthias Hofbauer läuft und läuft und läuft

Die 20. Saison bei Wiler-Ersigen ist wahrscheinlich die letzte des Mister Unihockey.

Stephan Dietrich
Matthias Hofbauer (links) ist vor seinem Gegenspieler Manuel Staub am Ball.Foto: Marcel Bieri
Matthias Hofbauer (links) ist vor seinem Gegenspieler Manuel Staub am Ball.Foto: Marcel Bieri

Da erblasst selbst das Duracell-Batterie-Häschen vor Neid. Matthias Hofbauer ist der Dauerläufer im Schweizer Unihockey. Der 38-Jährige steht in seiner 20. Saison mit Wiler-Ersigen, hinzu kommen drei Jahre in Schweden. Der Routinier fällt selten mit technischen Kabinettstücken auf. Er ist stattdessen Denker und Lenker im Team, meistens vor seinen Gegenspielern am Ball – und immer noch Leistungsträger beim Rekordmeister.

Am Sonntag gegen Zug lief Hofbauer sogar im Leibchen des Topskorers auf dem Spielfeld auf. «Da bin ich irgendwie reingerutscht», sagte er und lachte. Er spielte ein paar Matches in der ersten Linie und durfte kurzzeitig auch im Powerplay ran. Es war der Moment dafür, fleissig Skorerpunkte zu sammeln. Gegen Zug war Hofbauer «nur» noch Leader der dritten Linie. «Ich brauche ihn dort», erklärte sein Trainer Thomas Berger. «Ich spiele dort, wo es mich braucht», sagte Hofbauer. In dieser Saison mal in der ersten, mal in der zweiten und meistens in der dritten Linie. Meistens als Center, manchmal auch als Flügel.

Rücktritt im Frühling

Dass Matthias Hofbauer irgendwann mit Unihockey aufhört, ist eigentlich unvorstellbar. Trotzdem befindet er sich auf Abschiedstour. «Ursprünglich wollte ich ja im letzten Frühling zurücktreten», erklärte er. «Doch dann merkte ich, dass ich dazu nicht bereit war.» So hängte er eine Saison an und bereute es bis jetzt keine Sekunde. Es stellt sich indes die Frage: Ist in diesem Frühling nun wirklich Schluss, oder gibt es eine weitere Zugabe? Hofbauer äusserte sich zurückhaltend: «Eigentlich ist es klar, dass ich aufhöre. Aber ganz ehrlich: Ich mache mir über mein Karriereende im Moment keine Gedanken.»

Wiler-Ersigen gegen Zug war der vermeintliche Spitzenkampf der NLA-Runde. Die Partie war aber eine einseitige Angelegenheit. Nach 20 Minuten führte das Heimteam 4:0, es spielte den Gegner förmlich an die Wand. Die Unteremmentaler überzeugten als Kollektiv und konnten sich auf die Geistesblitze der Ausländer verlassen. Beim 1:0 legte Krister Savonen mit einem Backhandpass pfannenfertig für Marco Louis auf. Derselbe Torschütze profitierte beim 2:0 von einem genialen Pass von Jonas Pylsy. Nach 10 Sekunden im zweiten Drittel erzielte Wiler-Ersigen das 5:0. Ein Tor war schöner als das andere.

Die schönsten Tore beim 8:1-Sieg von Wiler-Ersigen gegen Zug. Video: zvg/bernerzeitung.ch

Und Matthias Hofbauer? Der blieb beim diskussionslosen 8:1-Sieg für einmal ohne Skorerpunkt. Er konnte zuschauen und geniessen, wie die Teamkollegen schöne Passkombinationen mit Toren abschlossen. Und das Topskorer-Leibchen wird er für die nächste Partie vom Dienstag in Langnau an Pylsy weiterreichen. «Ich war etwas erstaunt, dass von Zug nicht mehr Gegenwehr kam», analysierte Hofbauer nach Spielende. «Wir hatten uns auf einen harten Kampf eingestellt.»

Nur eine Woche nach dem Europacup-Auftritt in Ostrava war nicht sicher, ob die Spieler den Weg zurück zur Normalität finden würden. Es sei erwähnt, dass sich die anderen drei Champions-Cup-Teilnehmer in der nationalen Meisterschaft schwertaten. Classic Tampere verlor in Finnland erstmals in dieser Saison. Das schwedische Storvreta fing ebenfalls eine Niederlage ein. Und Vitkovice siegte in Tschechien erst in der Verlängerung. Nur Wiler gab sich keine Blösse.

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