Marti ist Weltmeister

Werner Marti hat an der Heim-WM in Villars Gold im Verticalrennen gewonnen. Für den 29-jährigen Grindelwalder ist es der erste WM-Titel im Einzel.

Werner Marti lief der Konkurrenz in Villars davon und gewann WM-Gold.

Werner Marti lief der Konkurrenz in Villars davon und gewann WM-Gold.

(Bild: Keystone Jean-Christophe Bott)

Peter Berger@PeterBerger67

Werner Marti hat sich seinen Traum erfüllt. Der Berner Oberländer hatte sich das Verticalrennen an der Heim-Weltmeisterschaft in Villars schon zu Beginn der Saison als Höhepunkt vorgenommen. «Ich habe während des Winters immer wieder an dieses Rennen gedacht», gesteht er. Nun hat der 29-jährige Grindelwalder geliefert. Im Wettkampf mit nur einem Aufstieg lief der Schweizer Meister der Konkurrenz im wahrsten Sinn des Wortes davon.

«Aufgrund des schlechten Wetters musste die Strecke angepasst werden. Sie beinhaltete nun auch eine flachere Passage, was für mich als regelmässigen Langläufer bestimmt kein Nachteil war.» Nach rund einem Drittel der Strecke setzte er sich ab und baute seine Führung kontinuierlich aus. 41 Sekunden betrug nach der Laufzeit von gut 25 Minuten sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Robert Antonioli (ITA), 45 Sekunden auf Landsmann Rémi Bonnet. «Ich konnte rasch meinen Rhythmus laufen und merkte bald, dass ich mehr Reserven habe als die Gegner.»

Marti kontrollierte somit das Rennen von der Spitze aus und feierte schliesslich «den grössten Erfolg meiner Karriere. Noch nie bin ich ein besseres Verticalrennen gelaufen», meinte der mehrfache Weltcupsieger. Vor zwei Jahren hatte er in seiner Paradedisziplin bereits WM-Bronze sowie Gold mit der Staffel gewonnen. Dass es nun an der Heim-WM mit dem ersten Einzeltitel geklappt hat, bezeichnet Marti als «extrem schön». «Meine Eltern hatten früher in Villars gewohnt, noch immer bestehen viele Kontakte. Deshalb ist diese Weltmeisterschaft für mich noch spezieller, als wenn sie irgendwo in der Schweiz stattfinden ­würde.»

Marti geniesst den Triumph. «Doch die grosse Feier muss bis nach der WM warten.» Nach dem Ruhetag am Donnerstag geht es im Waadtland am Freitag mit dem Teamevent und am Samstag mit dem Staffelrennen weiter. «Auch in diesen Wettbewerben haben wir Schweizer noch grosse Ziele», sagt Marti.

Nach Rang 9 am Sonntag zum Auftakt im Sprint und dem fünften Platz am Dienstag im Einzelrennen hat sich der Oberländer bisher immer gesteigert. Dass er im Einzelrennen mit einer Aufholjagd viel Energie verpuffte, hat er weggesteckt. «Das ist Kopfsache. Eine WM ist immer stressig. Aber dafür trainiert man ja.» Deshalb würde es nicht überraschen, wenn Marti seine Medaillensammlung an der Heim-WM noch erweitern würde.

Berner Zeitung

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