Konolfingen siegt auch ohne Senn-Tore

Im Berner Duell gegen den FC Spiez gelang Konolfingen ein 3:0-Auswärtssieg. Damit liegt der FCK in der Tabelle der 2. Liga interregional wieder über dem Trennstrich.

Konolfingens Innenverteidiger Corsin Senn lanciert gegen die Spiezer einen nächsten Angriff.

Konolfingens Innenverteidiger Corsin Senn lanciert gegen die Spiezer einen nächsten Angriff.

(Bild: Walter Dietrich)

Schaut man auf die Torschützenliste eines Teams, so findet man in den meisten Fällen einen Offensivspieler an der Spitze. Doch beim FC Konolfingen ist es zurzeit der Innenverteidiger Corsin Senn, der mit sieben Saisontoren jeden seiner Stürmerkollegen in den Schatten stellt. Senn selbst gibt aber offen zu, dass er in Wahrheit nur sechs-, nicht siebenmal getroffen hat. In der Partie gegen den FC Köniz ver­buchte er nämlich ein Doppelpack, doch der Schiedsrichter sprach ihm fälschlicherweise einen Hattrick zu. Senn darf natürlich auch mit den sechs regulären Treffern mehr als zufrieden sein. «Ich kann jetzt für einmal prahlen, dass ich ein Hattrick erzielt habe, auch wenn dies nicht stimmt. Das wird so schnell nicht mehr passieren», sagt Senn, der die Sache realistisch und mit Humor betrachtet.

Marcel Joss, der Trainer des FC Konolfingen, schätzt die Sicherheit und die neu aufblitzende Torgefahr seines Schützlings. «Wir verloren im Sommer unseren Topskorer, und seither müssen andere in die Bresche springen. Aktuell ist Corsin Senn einer von denen, und das ist eine schöne Sache für ihn wie auch für das ganze Team», findet Joss. Senns Tore sind von hohem Wert, weil die Konolfinger zurzeit noch ihren Erwartungen hinterherrennen.

Joker Joss trifft

Vor dem kleinen «Berner Derby» war Aufsteiger Spiez mit einem Punkt vor dem FCK platziert. Das wollten Senn und seine Teamkollegen natürlich mit einem Sieg im Direktduell ändern. Man bemerkte gleich zu Beginn, wie wegweisend die Partie für beide Teams war. Jeder Zweikampf wurde angenommen, und das Spielgeschehen war von einer gewissen spürbaren Nervosität geprägt. Aufgrund von sehr harten Duellen entwickelte sich der Schiedsrichter zur Zielscheibe beider Mannschaften.

Erst nach zwanzig gespielten Minuten folgten die ersten Torchancen der Partie. Zuerst waren es die Spiezer, die nach einem Eckball zum Abschluss kamen. Im Gegenzug kam dann ebenfalls die Offensive der Gäste erstmals zum Vorschein. Bis zur Halbzeit blieb das Spiel ausgeglichen. Wurde es mal gefährlich, so waren es die Oberländer, die den Führungstreffer suchten. Nach der Pause wurde bei Konolfingen Michel Joss eingewechselt. Der Sohn von Trainer Marcel und Bruder von Thun-Profi Sven benötigte nur drei Minuten, bis er zur Führung für die Gäste ein­zunetzen vermochte.

Zwei Spiezer Platzverweise

Die Partie blieb sehr ruppig. Während die Konolfinger in den entscheidenden Zeitpunkten ruhig geblieben sind, schwächte sich das Heimteam zuerst mit einer Roten Karte von Stefan Bühler (57.). Später musste auch Nils Wyssen nach Gelb-Rot noch vom Platz. Der Abwehrchef hatte diese Saison schon zweimal die Rote Karte gesehen. So mussten die Spiezer ab der 69. Minute zu neunt gegen den Rückstand ankämpfen. Eine unmögliche Aufgabe.

Der FC Konolfingen spielte den Match in doppelter Überzahl kontrolliert zu Ende und markierte noch zwei weitere Treffer zum 3:0-Schlussresultat. Corsin Senn war aber für einmal nicht unter den Torschützen. Trainer Joss resümierte dennoch zufrieden: «Wir wussten, dass es gegen Spiez hektisch wird und wir mental bereit sein müssen. Die Jungs haben den Plan sehr gut umgesetzt.»

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