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Keine Zeit für Nostalgie

Adelboden hat gegen Unterseen bestätigt, dass es derzeit die Nase vorn hat.

Adelbodens Bruno Marcon (Mitte) setzt den SCUI unter Druck.
Adelbodens Bruno Marcon (Mitte) setzt den SCUI unter Druck.
Walter Dietrich

«Weisch no» lautete der Titel eines Anlasses, der vor dem Oberländer Derby zwischen Unterseen-Interlaken und Adelboden in der Eishalle Bödeli in Matten stattfand. Ehemalige Spieler und Funktionäre tauschten sich aus über eine Zeit, in der es in der 1. Liga Zentralschweiz noch zahlreiche Berner Duelle gab, der gastgebende SCUI eines der besten Amateurteams der Schweiz stellte und bei wichtigen Spielen oft über 1000 Besucher die Spiele verfolgten.

In der Gegenwart präsentiert sich die Situation so ziemlich anders. Unterseen und Adelboden treffen in der 1.-Liga-Westgruppe nur noch in den direkten Duellen auf ein anderes Berner Team, ansonsten spielen sie ausschliesslich gegen Equipen aus der Romandie. Thun, Wiki-Münsingen, Huttwil und Lyss agieren eine Liga höher in der MSL, Burgdorf wurde in die Ostgruppe eingeteilt. «Es waren schöne Spiele, wenn wir gegen Thun oder gegen Wiki gespielt haben», sagt Unterseens Captain Andreas Schneider. «Aber oft denke ich nicht mehr daran.» Die Protagonisten von heute wollen nur wenig Zeit mit Nostalgie verschwenden, sondern sich auf das aktuelle Geschehen konzentrieren.

Gute Mischung

Und da hat Adelboden derzeit gegenüber Unterseen-Interlaken die Nase vorn. Auch wenn die Differenz in dieser Saison kleiner geworden ist. Am Samstag behielten die Gäste in einer ziemlich emotionslos und mit wenig Körpereinsatz geführten Begegnung mit 6:1 die Oberhand. Adelboden wird sicher die obere Masterround erreichen und sich damit vorzeitig für die Playoffs qualifizieren.

Das Team von Trainer Peter Schranz verfügt über eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern, angeführt von Captain Bruno Marcon, der von 2009 bis 2013 für Olten in der damaligen NLB aktiv war. «Ich habe versucht, das Spiel wie eine ganz normale Partie anzugehen», sagte er. Mit der Tatsache, dass es ein Derby und hinter den Kulissen die Vergangenheit ein Thema war, wollte er sich nicht gross befassen. Vielmehr freute er sich über die Präsenz von vielen Adelbodner Fans in der Halle. «50 bis 100 dürften da gewesen sein», schätzte er.

Unterseens Trainer Reto Gertschen hat die früheren Zeiten als Spieler und Coach miterlebt, sei es beim SCUI, sei es bei einem Gegner. Aber auch er wollte sich nicht gross mit Betrachtungen der Vergangenheit aufhalten. Der Fokus des 52-Jährigen liegt daran, den Club wieder aus dem Tal herauszuführen, in dem er sich noch in der letzten Saison befunden hatte. Der Abstiegskampf war lange ein Thema. In der laufenden Saison hat sich der SCUI im Mittelfeld etabliert, hat noch Chancen, sich ebenfalls als eines der ersten sechs Teams schon im Januar für die Playoffs zu qualifizieren.

Mit dem Zuschauerzuspruch am Samstag war Gertschen zufrieden. 412 Besucher waren vor Ort, der Eintritt war frei. Im Normalfall werden Spiele des SCUI aktuell noch von etwas mehr als 200 Zuschauern verfolgt. Die alten Zeiten sind weit weg, nachgetrauert wird ihnen aber nicht.

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