Junger Meiringer schnuppert erstmals Weltcup-Luft

Marco Kohler bestritt beide Abfahrtstrainings am Lauberhorn.

Marco Kohler nach seinem zweiten Weltcup-Abfahrtstraining auf der Lauberhornpiste.

Marco Kohler nach seinem zweiten Weltcup-Abfahrtstraining auf der Lauberhornpiste.

(Bild: Christoph Buchs)

Er ist etwas ausser Atem, aber wirkt entspannt und zufrieden, als sich Marco Kohler im Zielraum seines Rennanzugs entledigt. Soeben hat der Meiringer sein zweites Weltcuptraining hinter sich gebracht, und dies sogleich auf einer der anspruchsvollsten Strecken überhaupt. Der C-Kader-Fahrer von Swiss-Ski bildet zusammen mit dem Schwendener Nils Mani und Lars Rösti aus St. Stephan (beide B-Kader) die Oberländer Delegation in den Abfahrtstrainings am Lauberhorn.

«Es war schon anstrengend»

«Als Oberländer ist es extrem cool, dass ich hier fahren darf», freut sich der 21-jährige Kohler. Bereits zu JO-Zeiten hat er hier Rennen bestritten und kehrte immer wieder gerne nach Wengen zurück. In der laufenden Saison gab es für den jungen Haslitaler die ersten zählbaren Resultate im Europacup; im Dezember erreichte er in St. Moritz in zwei Rennen der Disziplin Super-G die Ränge 7 und 9. Auch letzte Woche in der Europacup-Abfahrt am Lauberhorn zeigte er mit Rang 21 eine ansprechende Leistung.

Die ersten Weltcuptrainings vom Mittwoch und vom Donnerstag bedeuten für Kohler einen nächsten Schritt in seiner Karriere. Am Mittwoch hat er zum ersten Mal überhaupt die gesamte Strecke vom Starthaus auf der Lauberhornschulter bis ins Ziel bei Innerwengen bewältigt. Und er kann bestätigen, was auch die besten Abfahrer der Welt immer wieder erwähnen: dass die zweieinhalb Minuten auf der Lauberhornstrecke den Körper enorm fordern. «Nach dem Kernen-S, als es geradeaus ging, war es schon sehr anstrengend.» Und für die zwei letzten Schwünge im Ziel-S müsse man nochmals alle Kräfte mobilisieren.

In Kitzbühel am Start

Im ersten Training verlor Kohler über sieben Sekunden auf die Bestzeit von Beat Feuz, am Folgetag auf der verkürzten Strecke waren es knapp viereinhalb Sekunden Rückstand auf den Tagesschnellsten. Die Ränge 63 und 64 sind für den Meiringer zweitrangig. Die Erfahrung zählt. «Ich konnte mich steigern, einen kleinen Schritt machen.» Doch natürlich seien die Abstände zur Weltspitze noch sehr gross. «Bis dorthin braucht es noch viel.»

Die Trainingsfahrt von Marco Kohler – kommentiert von Lauberhorn-Speaker Rainer Maria Salzgeber. (Video: Martin Bürki)

Ebenso wie Lars Rösti nutzte Marco Kohler die Fahrten in Wengen als Vorbereitung für die Europacup-Abfahrten in Kitzbühel, die am Sonntag und am Montag stattfinden. Bereits am Samstag steht auf der verkürzten Streif ein Training auf dem Programm. Kohler freut sich, auch diesen Abfahrtsklassiker bestreiten zu dürfen. Voraussichtlich wird er die Saison im Europacup-Team beenden. «Ich muss hier meine Leistungen bringen – dann gibt es in der Zukunft vielleicht mal eine Chance im Weltcup.» Er träumt von einem Start in der «richtigen» Lauberhornabfahrt. «Die vergangenen Tage haben mir Aufschwung gegeben.»

Berner Oberländer

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