«Ich weiss, wie meine Gegner spielen»

Dem Meister Lausanne hat Uni Bern nichts entgegenzusetzen. Jeremy Tomasetti, der neue Passeur bei Uni, bringt aber Akzente ins Spiel der Berner.

Neuzugang Jeremy Tomasetti soll im Team von Uni Bern für variantenreiche Pässe sorgen.

Neuzugang Jeremy Tomasetti soll im Team von Uni Bern für variantenreiche Pässe sorgen.

(Bild: Manuel Zingg)

Annic Berset

Ab dem zweiten Durchgang steht Mirco Gerson beim VBC Uni Bern auf dem Feld. Aber Moment – hat der Beachprofi seine Saisonvorbereitung im Sand unterbrochen, um temporär in die Halle zurückzukehren? Und weshalb spielt er plötzlich nicht mehr als Angreifer, sondern auf der Position des Zuspielers?

Bei genauerem Hinsehen beantworten sich diese Fragen dann schnell. Denn es ist nicht Mirco Gerson, der im Leibchen mit der Nummer 12 steckt, sondern der neue Passeur in den Reihen des VBC Uni Bern. «Mirco ist ein guter Freund von mir, es ist doch super, dass ich in seinem Shirt spielen kann, bis meines bereit ist», sagt Jeremy Tomasetti nach der 0:3-Niederlage gegen Meister Lausanne.

«Das war ein schwieriges Spiel, Lausanne hat ein viel professionelleres Umfeld, mehr als die Hälfte der Spieler spielt nur Volleyball», meinte Tomasetti. Denn im Gegensatz dazu arbeitet der 26-Jährige neben seinem Pensum als Volleyballer bei Uni Bern wie die meisten seiner Mitspieler. Täglich pendelt er deshalb zwischen Luzern und Bern hin und her.«Das ist kein Problem, Hauptsache, ich spiele wieder Volleyball.» Im November hatte er bei Luzern aufgehört, nachdem die Innerschweizer einen ausländischen Passeur verpflichtet hatten, und schon kurz darauf habe er den Sport vermisst.

Schwierige Ausgangslage

Uni Bern war mit einem schmalen Kader zum Meisterschaftsspiel gegen LUC angetreten, Topskorer Kuba Radomski lag krank im Bett, und Zuspieler Didier Ryter muss sich wegen Knieproblemen ab sofort behandeln lassen und fällt aus. So standen Coach Mikolaj Ostrowski nur gerade drei Auswechselspieler zur Verfügung – einer von ihnen eben Neuzugang Jeremy Tomasetti.

«Ich will keine Ausreden suchen, aber das war eine schwierige Ausgangslage für uns», so Ostrowski. Es bringe nichts, seine Spieler nach einem solchen Match zusammenzustauchen, «denn eine Niederlage gegen Lausanne ist kein Drama». Viel wichtiger seien Spiele gegen Mannschaften in ihrer Region der Tabelle, wie etwa Jona oder Luzern. «Dort müssen Punkte her.»

10 Jahre NLA

Tomasetti zeigte auf dem Feld schon bei den ersten Ballberührungen, wie er seinem neuen Team in Zukunft zu Punkten verhelfen könnte. Bei seinen Zuspielen versuchte er, das Spiel schnell zu gestalten, die Bälle flach zu halten und Spielvarianten einzubauen, sodass die Lausanner keinen Dreierblock stellen konnten. «Hier kommt mir meine Erfahrung zugute», erklärte Tomasetti. Teilweise kennt er seine Gegner von 10 Jahren NLA. «Ich weiss, wie sie spielen.» Unter anderem spielte Tomasetti in Jona und Genf – und auch in den Reihen von Lausanne.

Genau mit dieser Erfahrung will er auch den anderen Berner Passeur, den 19-jährigen Lars Ulrich, unterstützen. «Ich hoffe, dass er etwas von mir lernen kann.» Er selber habe sich in Jona in der umgekehrten Situation befunden. «Das hat mir sehr geholfen.»

Berner Zeitung

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