Himmel oder Hölle

Heute Donnerstag fällt die Entscheidung in der Viertelfinalserie zwischen dem BSV Bern und St. Otmar St. Gallen. Der Heimvorteil im fünften Spiel spricht für die Berner, kann aber auch Druck erzeugen.

So wollen die Spieler des BSV Bern auch heute jubeln. Foto: Andreas Blatter

So wollen die Spieler des BSV Bern auch heute jubeln. Foto: Andreas Blatter

Reto Pfister

Heute Donnerstag geht es um alles oder nichts. Der Sieger darf im Halbfinal die Kadetten aus Schaffhausen herausfordern, für den Verlierer ist die Saison abrupt zu Ende. Der BSV Bern und St. Otmar St. Gallen duellieren sich heute (19.45, Ballsporthalle) ein fünftes und entscheidendes Mal. Die beiden Teams sind ähnlich stark, es gibt keinen eindeutigen Favoriten. Wir nennen Faktoren, die für den BSV oder für St. Otmar sprechen könnten.

Das spricht für den BSV

Die mannschaftliche Geschlossenheit: Der BSV Bern hat auf die Kanterniederlage in Spiel 2 (21:32) gut reagieren können, hat auch am Dienstag in St. Gallen trotz eines negativen Spielausgangs keinen desolaten Eindruck hinterlassen. Die Berner können Rückschläge verdauen, im nächsten Spiel als Mannschaft bei null beginnen und mit einer geschlossenen Teamleistung wieder zum Erfolg finden. Eine Eigenschaft, die ihnen helfen wird, heute für die entscheidende Partie bereit zu sein.

Der Heimvorteil: Im Zusammenhang mit der Serie zwischen dem BSV und St. Otmar bereits oft erwähnt, aber hier nochmals genannt: In acht Direktbegegnungen in dieser Saison hat das Auswärtsteam nie gewonnen. Es wäre daher nichts als logisch, würde auch Spiel 5 mit einem ­Erfolg der Heimmannschaft enden und der BSV in den Halbfinal einziehen.

Die grössere Breite im Rückraum: Beim BSV haben Matthias Gerlich (links), Jakub Szymanski (Mitte) und Michael Kusio (rechts) regelmässig Akzente gesetzt, dazu steht mit Tobias Baumgartner ein weiterer wertvoller Akteur zur Verfügung. Bei St. Otmar besitzen Bo Spellerberg und Andrija Pendic überdurchschnittliche Klasse. Der dritte Mann, der zum Einsatz kommt (Igor Milovic, Dominik Jurij, Amadeus Hedin), hingegen ist deutlich schwächer.

Das spricht für St. Otmar

Weniger Druck im Auswärtsspiel: Auch für St. Otmar wäre das Ausscheiden eine Enttäuschung, allerdings wird von den Ostschweizern der Sieg als Auswärtsteam heute weniger erwartet. Ausserdem reisen die St. Galler mit einem Erfolgserlebnis im Rücken nach Bern.

Bo Spellerberg: Den zweifachen dänischen Europameister hatte der BSV im Verlauf der ­Serie lange sehr gut im Griff. In der zweiten Halbzeit von Spiel 4 aber begann St. Otmars Spielertrainer regelmässig zu skoren. Tut er dies auch heute, wird es für die Berner nicht einfach, zu triumphieren. Den routinierten Skandinavier dürfen sie nicht zur Entfaltung kommen lassen.

Vorteile auf den Aussenpositionen: Bei beiden Teams ist ein Flügelspieler Topskorer und ­zugleich Siebenmeterschütze Nummer eins. Severin Kaiser hat bei St. Otmar bis jetzt überzeugt und führt die Skorerliste mit 29 Toren an. Der Berner Simon Getzmann hingegen lieferte durchzogene Leistungen ab und war lediglich elfmal erfolgreich.

Himmel oder Hölle, nach Spielschluss werden heute bei den beiden Teams gegensätzliche ­Gefühle vorherrschen. Die Entscheidung wird auf jeden Fall vor Mitternacht fallen, im Handball gibt es bei Unentschieden höchstens zweimal fünf Minuten Verlängerung, steht es dann immer noch Remis, wird der Sieger im Siebenmeterwerfen ermittelt. Auf dieses Nervenspiel wollen aber wohl beide Teams gerne verzichten und die Entscheidung vorher herbeiführen.

Berner Zeitung

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