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Gerber skort, Moggi leidet

Die Langnauer Legenden Adrian Gerber, Martin Stettler, Claudio und Sandro Moggi sagen auf ihre Weise Adieu.

Keine 24 Stunden nach der Derby-Niederlage mit dem SCB läuft Simon Moser in Langnau auf. Die Tigers-Legenden freuts. Foto: Andreas Blatter
Keine 24 Stunden nach der Derby-Niederlage mit dem SCB läuft Simon Moser in Langnau auf. Die Tigers-Legenden freuts. Foto: Andreas Blatter

Eines muss man Adrian Gerber lassen: Der Mann ist sich treu geblieben. Sagenhafte 30 Tore hat er in 11 NLA-Saisons für die SCL Tigers geschossen. Der Stürmer war weit davon entfernt, ein Goalgetter zu sein – aber dafür ist er der Inbegriff einer treuen Seele, ein Langnauer durch und durch. Und nun steht Gerber also in seinem Abschiedsspiel neben dem offenen Tor, erhält den Puck – und scheitert. Doch der Hockeygott meint es an diesem Abend gut mit ihm. Gerber wird später doch noch treffen und anschliessend lachend festhalten: «Ich machte genau dort weiter, wo ich aufgehört hatte.»

Es ist eine illustre Runde, die sich auf dem Eis präsentiert. Mit Adrian Käser und Matthias Sempach kurven zwei Schwingerkönige herum, wobei Ersterer den etwas stilsichereren Eindruck hinterlässt. Daneben hat es Grössen wie Mathias Seger – Rekordspieler, Kultfigur und mittlerweile Assistenzcoach der ZSC Lions – ins Emmental gezogen.

Und Massimo Ronchetti, der 2015 mit den SCL Tigers aufstieg, reiste extra aus Lugano an. Sie alle sind gekommen, um ein illustres Quartett zu verabschieden: Gerber – mit 663 Spielen in 16 Saisons Rekordspieler der SCL Tigers –, Martin Stettler – mit 595 Ernstkämpfen für die Langnauer auf dem Buckel und Captain der Aufstiegsmannschaft 2015 – sowie Sandro und Claudio Moggi, die 8½ respektive 10 Saisons das Tigers-Trikot getragen haben.

Für das Spiel am Tropf

«Ein Abschiedsspiel für mich zu organisieren, das hätte ich niemals gemacht», sagt Gerber. Doch Pascal Schneider, Leiter Gastronomie und Events bei den SCL Tigers, sprach ihn genau darauf an. Nach einem anfänglichen Nein setzte er sich doch mit den Moggi-Brüdern und Stettler zusammen, und irgendwann nahm die Idee Formen an. Stettler und Gerber stellten eine Equipe zusammen, die vorwiegend aus Einheimischen bestand. Sandro und Claudio Moggi kontaktierten einige ehemalige Mitspieler, nicht nur aus Langnauer Zeiten.

Schätzungsweise rund 2000 Zuschauer sind in der Ilfishalle erschienen. Und wenn das Publikum schon da ist, will man sich natürlich keine Blösse geben. Deshalb liess sich Claudio Moggi am Vorabend von seiner Partnerin – einer Krankenschwester – eine Infusion stecken, um nach einer Grippe wenigstens einigermassen auf die Beine zu kommen. Die Kraft reicht, um sein Team mittels Penalty mit 3:2 in Front zu bringen – letztlich resultiert ein 5:2-Sieg. «Ehrlich, ich habe brutal gelitten», meint Claudio Moggi danach.

Sprüche für SCBler

Wie früher auf dem Eis gehen die Zwillingsbrüder auch den neuen Lebensabschnitt gemeinsam. Sie betreiben einen Onlineshop für Fischereizubehör und organisieren mit Partnern – darunter Ex-FC-Basel-Keeper Germano Vailati – Fischerreisen. Gerber und Stettler sind dem Eishockey derweil treu geblieben. Ersterer ist bei den SCL Young Tigers im Marketingbereich tätig, Letzterer Assistenzcoach der Elite-Junioren. Der frühere Captain verfolgt auch sein Abschiedsspiel von der Bande aus – gezwungenermassen. Vor zwei Monaten musste er sein lädiertes linkes Knie zum vierten Mal operieren lassen.

Nach 40 Minuten ist das Spektakel vorüber, sehr zur Freude einiger doch etwas kurzatmig gewordener Herren. Selbstverständlich zählen Simon Moser und Beat Gerber nicht dazu. Keine 24 Stunden nach der Derby-Niederlage mit dem SCB reisten die beiden an ihre alte Wirkungsstätte, mussten sich entsprechend ein paar Sprüche anhören und hatten trotzdem Spass. Sie waren neben Ronchetti die einzigen aktiven Profis auf dem Eis. Chris DiDomenico und Joel Genazzi verzichteten auf einen Einsatz, Letzterem wurde von Lausanne gar die Freigabe verwehrt. Vielleicht bot sich den beiden dafür anschliessend an der «Skihüttenparty» die Chance, das Forechecking zu forcieren.

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