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Geld schlägt Geist

Die Tigers Langnau verlieren den Cuphalbfinal gegen Zug United 2:4.

Die Tigers mit Dario Langenegger (rechts) strauchelten.
Die Tigers mit Dario Langenegger (rechts) strauchelten.
Markus Bieri

Die Ausgangslage vor dem Cuphalbfinal hätte kaum brisanter sein können. Hier die Tigers Langnau, der Traditionsclub und bereits fünfmalige Cupsieger aus dem oberen Emmental.

Da Zug United, die Emporkömmlinge aus der Zentralschweiz, die bislang erst ein einziges Mal die Viertelfinals erreicht haben und zuletzt dreimal in Folge in den Achtelfinals gescheitert sind. Hier die Tigers, die seit längerem stets von finanziellen und damit auch strukturellen Problemen geplagt werden und sich deshalb keinen ausländischen Support leisten können.

Zugs starke Ausländer

Da der Krösus aus Zug, der vom schwedischen Coach Nicklas Hedstahl in der nationalen Spitze etabliert werden soll. Für dieses Vorhaben wird weiterhin vor allem auf ausländische Verstärkungsspieler gesetzt (die interne Skorerliste wird von vier Schweden angeführt), weshalb man hier keine Beschränkungen akzeptieren will.

Während die Gäste, die sich erst in den letzten drei Jahren in der NLA etabliert haben, so auf gutem Weg sind, zum dritten Mal in Folge die Playoffs zu erreichen, droht Langnau nach zwölf Jahren in den Top 8 (und zweimaliger Teilnahme an Final-Serien) zum zweiten Mal nacheinander die Verbannung ins Playout.

Denn obwohl bei den Emmentalern die junge Garde zwar für die Zukunft einiges verheisst, hängt weiterhin noch (zu) vieles von der von Topskorer Simon Flühmann angeführten alten Garde ab. Für Exploits ist das Team weiterhin allemal gut – wie etwa letztes Jahr im Cup beim unerwarteten Finalerfolg gegen den haushohen Favoriten GC. In diesem Wettbewerb waren die Tigers und Zug übrigens zuvor noch nie aufeinander getroffen, die Bilanz der letzten sechs NLA-Partien (3:3 Siege) deutete aber auf einen ähnlich knappen Ausgang wie in den beiden bisherigen Direktbegegnungen hin.

Um den Lohn gebracht

Eng verlief der Halbfinal dann in der Tat. Beide Teams verkeilten sich zeitweise ineinander. Trotzdem erarbeitete man sich von Beginn weg beidseits auch immer wieder gute Torchancen. Die Emmentaler anfänglich sogar eher mehr und vor allem die besseren, hätten sie doch nach dem ersten Drittel eigentlich mit zwei, drei Toren vorne liegen müssen.

«Aber wir waren im Abschluss einmal mehr zu wenig effizient», resümierte Tigers-Keeper Jürg Siegenthaler nach Spielschluss enttäuscht, «und wir bringen uns damit schon die ganze Saison immer wieder um den Lohn für eigentlich gute Leistungen.»

Weil der 30-jährige Torhüter seine Mannschaft aber mit zum Teil spektakulären Paraden im Rennen hielt, stand für Langnau die Tür zur Finalqualifikation nach dem 2:2-Ausgleich von Simon Steiner Mitte des Schlussdrittels plötzlich weit offen.

Als den im Abschluss auf einmal kaltblütigen Zentralschweizern aber stattdessen kurz danach innerhalb von bloss 73 Sekunden die Treffer 3 und 4 glückten, konnte das Heimteam das Rad nicht noch einmal herumreissen. Aber dass sich Geist nicht immer gegen Geld durchzusetzen vermag, ist im Emmental schliesslich schon von Jeremias Gotthelf her bekannt…

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