Es muss nicht immer Liebe sein

Am Sonntag (17 Uhr) tritt der BSV Bern zum Achtelfinal-Hinspiel im Challenge-Cup an. Der Wettbewerb wird in dieser Form zum letzten Mal durchgeführt.

Ante Kaleb (rechts) wirft gegen Donbas, den letzten BSV-Gegner im Challenge-Cup. Foto: Andreas Blatter

Ante Kaleb (rechts) wirft gegen Donbas, den letzten BSV-Gegner im Challenge-Cup. Foto: Andreas Blatter

Reto Pfister

Der BSV Bern hat versucht, im letzten Sommer in den EHF-Cup aufzusteigen, in den aktuell zweitwichtigsten Wettbewerb im europäischen Handball, in dem Teams aus allen Topnationen vertreten sind. Das Anliegen wurde abgelehnt. Vertreten ist der BSV nun im Challenge-Cup, einem Wettbewerb, der in diesem Jahr zum letzten Mal in dieser Form ausgespielt wird (siehe Kasten).

Keine Teams aus den besten sechs europäischen Nationen sind darin vertreten. Der Challenge-Cup wird daher nicht wirklich geliebt, aber doch als schöne Herausforderung angenommen. Eine solche steht den Bernern am Sonntag bevor. Im Achtelfinal-Hinspiel treffen sie auf das rumänische Team Potaissa Turda.

Niemand ausser Reichweite

«Jeder Verein würde lieber im EHF-Cup antreten», sagt Daniel Weber, der Sportchef des BSV Bern. «Auch im Challenge-Cup gibt es jedoch spannende Spiele, internationale Auftritte sind grundsätzlich immer interessant.» Dazu bietet sich einem Schweizer Team die Chance, im Europacup in die Endphase vorzustossen oder gar den Pokal in die Höhe zu stemmen. Wacker Thun gelang dies 2005; der BSV stiess ein Jahr später in den Halbfinal vor.

Denn es befinden sich in der Regel keine Mannschaften im Wettbewerb, die nicht in Reichweite sind. So auch die Rumänen aus dem ihn der Region Siebenbürgen gelegenen Turda. «Die Spieler sind körperlich robust und pflegen eine harte Gangart», sagt der BSV-Coach Aleksandar Stevic. «Da müssen wir uns gut darauf einstellen und gute Lösungen im Angriff finden.»

Dies ist den Bernern zuletzt nicht immer gelungen, am Donnerstag gewannen sie zwar gegen den Tabellenletzten Endingen ihr erstes Spiel im Jahr 2020, überzeugten aber immer noch nicht vollauf. Hauptsächlich sind sie damit beschäftigt, sich in der Meisterschaft von Platz 7 aus in der Rangliste zu verbessern. «Von der Belastung her ist es nicht förderlich, dass wir jetzt auch noch im Europacup engagiert sind», sagt Stevic. «Internationale Spiele sind jedoch immer besondere Spiele, wir wollen eine Runde weiterkommen.»

Der 38-Jährige hat bis zu seinem Wechsel nach Bern 2017 in Baden-Württemberg gelebt, deutsche Vereine haben nie am Challenge-Cup teilgenommen. «Früher hat man ihn dort ein bisschen mehr verfolgt als heute, wo die Champions League und der EHF-Cup ausgebaut wurden», sagt Stevic. «Der Trend geht auch im Europacup Richtung Professionalisierung.» Was den Kontinentalverband dazu bewogen hat, die Wettbewerbe neu zu ordnen. Sodass der BSV der letzte Schweizer Verein ist, der im Challenge-Cup für Furore sorgen kann.

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