Erfolgreiches Comeback

Der Thuner Vahram Khudeda feierte am Meeting im Berner Stadttheater den fünften Sieg im fünften Profi-Boxkampf. Für das Highlight des Abends war indes Alain Chervet besorgt.

Der 28-jährige Thuner Vahram Khudeda (r.) landete mehr Treffer als Konstantin Alexandrov. Foto: Iris Andermatt

Der 28-jährige Thuner Vahram Khudeda (r.) landete mehr Treffer als Konstantin Alexandrov. Foto: Iris Andermatt

Peter Berger@PeterBerger67

Das Beste kam zum Schluss. Kurz vor Mitternacht lud Alain Chervet zum Hauptkampf. Und der 28-jährige Berner bot beste Boxkunst und erinnerte dabei an seinen berühmten Onkel Fritz Chervet. Alain Chervet war von seinem ungarischen Coach Istvan Szili hervorragend auf den unberechenbaren Widersacher Edgar Jimenez eingestellt worden.

«Ich blieb von der ersten Sekunde an konzentriert und konnte das über acht Runden durchziehen», sagte Chervet. Der Zollikofer boxte variantenreich, zermürbte den Mexikaner erst mit Schlägen auf den Körper und landete dann wirkungsvolle Treffer am Kopf. In der 7. Runde musste der Lateinamerikaner aus Mexiko-Stadt sogar kurzzeitig zuBoden. Jimenez, der 17 seiner 23 Siege durch k.o. gewonnen hatte, konnte seine explosive Schlagkraft nie einsetzen. Dafür feierte Chervet im 19. Profikampf seinen 16. Sieg.

Khudedas makellose Bilanz

Noch ohne Niederlage steht derweil Vahram Khudeda zu Buche. Der 28 Jahre alte Thuner kehrte nach langwierigen Schulterproblemen und eineinhalb Jahren Wettkampfpause voller Energie in den Ring zurück. «In der Schulter hatte sich Arthrose gebildet. Mit viel Fleiss und alternativem Training wie Yoga habe ich das in den Griff bekommen.» Der gebürtigen Armenier war vom stimmungsvollen Ambiente im Stadttheater angetan.

«Boxen ist eine Randsportart, aber wenn man sieht, was hier auf die Beine gestellt worden ist, muss man einfach mega happy sein.» Zufrieden war Khudeda auch mit seiner Leistung. Er trat im Duell gegen den Bulgaren Konstantin Alexandrov aktiver auf und feierte in seinem fünften Profikampf den fünften Sieg nach Punkten. «Ich fühle mich fantastisch und bin glücklich», sagte der Oberländer.

Der Druck sei bei seiner Rückkehr gross gewesen. «Viele Leute waren meinetwegen da.» Der Thuner hatte das Geschehen im Ring aber von Beginn weg unter Kontrolle, auch wenn sich sein osteuropäischer Kontrahent trotz 39 Niederlagen in 50 Kämpfen als zäher Widersacher erwies. «Sobald ich im Ring stehe, fühle ich mich frei», sagte Khudeda.

Nun soll der Weg erfolgreich fortgeführt werden und – wenn es nach ihm geht – «erst ganz oben enden. Ich will an die Spitze und viel erreichen. So wie es bisher in Bern nur Fritz Chervet geschafft hat.»

Seki musste leiden

Deutlich weniger souverän als Chervet und Khudeda, war am Samstag Aniya Seki aufgetreten. Die 40-jährige Bernerin musste gegen die acht Jahre jüngere Bulgarin Ivanka Ivanova, die von 14 Kämpfen nur einen gewonnen hat, einige harte Schläge einstecken. «Ich hätte intelligenter auftreten sollen», zeigte sich Seki selbstkritisch. «Ich agierte zu ungeduldig. Statt meine Stärke auszuspielen – abzuwarten und zu kontern –, liess ich mich auf offene Schlagabtausche ein.»

Berner Zeitung

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