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Er will seinem Herzensclub etwas zurückgeben

David Staudenmann wird im Sommer beim BSV Bern neben der Funktion des Assistenztrainers auch jene des Sportchefs übernehmen. Der Verein gehört quasi zu seinem Leben.

David Staudenmann enagiert sich schon heute stark für den BSV:
David Staudenmann enagiert sich schon heute stark für den BSV:
Iris Andermatt

Der BSV Bern war in David Staudenmanns Leben quasi von Geburt an präsent. Sein Vater Geri ist der letzte Meistertrainer der Berner, 1985 gewann der BSV den dritten nationalen Titel. Sohn David war damals zweieinhalb Jahre alt. Auch er wurde Handballer, ein schneller und technisch starker rechter Flügel, der 2006 mit der Schweiz an der Heim-EM teilnahm. Und nach dem Ende seiner aktiven Karriere nahtlos auf die Trainerbank wechselte, heute als Assistent von Chefcoach Aleksandar Stevic tätig ist. Mittlerweile 37 Jahre alt, wird er nun auch zum Sportchef. Am 1. Juni löst Staudenmann Daniel Weber ab.

Staudenmann ist BSVler durch und durch. «Als Spieler hatte ich ein lukratives Angebot von GC, als es noch ein Spitzenteam war. Ich trage den BSV im Herzen, der Club ist etwas Spezielles für mich», sagte er sich damals, sagt er auch heute. Und blieb in Bern. Er war der Wunschkandidat der Vereinsführung, als klar war, dass Weber in Zukunft als Geschäftsführer der neu gegründeten Nachwuchs-Akademie tätig sein würde.

«Zwischen Weihnachten und Neujahr wurde ich kontaktiert, sprach auch mit Familienangehörigen darüber, und entschied mich dafür zuzusagen.» Weil er so dem Verein, seinem Verein, etwas zurück geben könne. Seine Generation sei nun gefragt, Verantwortung zu übernehmen.

Kein Machtmensch

Staudenmann wird im sportlichen Bereich zum mächtigsten Menschen beim BSV Bern. Denn er behält auch seine Funktion als Assistenztrainer bei. «Es wäre nicht sinnvoll, das funktionierende Gespann auf der Bank auseinanderzureissen. Und bin nach wie vor auch gern Trainer», liefert er die Begründung. Macht auszuüben, ist aber nicht das Ziel des neuen BSV-Sportchefs. Er wirkt nicht wie einer, der möglichst viel selbst und allein entscheiden will und sagt auch ganz klar: «Ich bin kein Machtmensch.» Vielmehr ist er der Leader einer Gruppe von Menschen, die die Weiterentwicklung des Vereins vorantreiben wollen.

Entscheide über Spielerverpflichtungen werden beim BSV in der Sportkommission gefällt, der unter anderem Staudenmanns ehemalige, unwesentlich ältere Teamkollegen Benjamin Echaud und Lukas Magnagua gno angehören. «Es wird sehr spannend sein, mit ihnen zusammen über die Kaderplanung zu diskutieren», sagt der 37-Jährige, auf den Aufgaben zukommen werden, mit denen er sich auch im Beruf beschäftigt.

Er ist CEO der vom Vater gegründeten, hauptsächlich im Gesundheitswesen tätigen Kommunikationsagentur. Führen, verhandeln und manchmal auch unpopuläre Entscheide fällen gehören zu diesem Job genauso wie jenem als Sportchef. Beschlüsse gegen aussen zu vertreten ist für Staudenmann ebenfalls kein Problem. Im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Kommunikationsagentur moderiert er auch TV-Diskussionen.

Ausbildung und Spitze

Die beiden Funktionen als Sportchef und Assistenztrainer wird er klar trennen. Als Teil des Trainerteams wird er sich auch von den Besprechungen fernhalten, die die Position des Chefcoachs betreffen. Aleksandar Stevics Vertrag läuft noch bis 2021. Peter Röthlisberger, der Präsident des BSV Bern, wird die Verantwortung in dieser Angelegenheit übernehmen.

Staudenmann will zwei Ziele verfolgen. «Der BSV wird ein Ausbildungsverein bleiben. Ich will dafür sorgen, dass talentierte Spieler noch besser den Weg in die erste Mannschaft führen können», sagt er. «Und ich will den Verein Richtung Spitze führen, was aber nicht einfach sein wird.» Mit Herzblut wird er auf jeden Fall ans Werk gehen.

Start in Schaffhausen

Der BSV Bern startet heute (20 Uhr) mit einem schwierigen Auswärtsspiel beim Leader Kadetten Schaffhausen in die zweite Hälfte der Saison 2019/20. Es gibt keine Finalrunde mehr, bis Ende März stehen die zehn letzten Runden der total 27 Spieltage der Hauptrunde auf dem Programm. Das Ziel der Berner ist es, ihre Position zu verbessern. Aktuell sind sie lediglich Siebte und würden im Playoff-Viertelfinal auf den Zweitplatzierten treffen. (rpb)

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