«Eins, zwei, drei, vier, Zaugg!»

Der Könizer Jan Zaugg spielt seit dieser Saison in Schweden in der besten Liga der Welt. Er überzeugt mit Toren.

Topskorer: Jan Zaugg (Mitte) bejubelt ein Tor.Foto: Richard Axell (Mullsjö AIS)

Topskorer: Jan Zaugg (Mitte) bejubelt ein Tor.Foto: Richard Axell (Mullsjö AIS)

Adrian Lüpold

Eingewöhnungszeit in der qualitativ besten Liga der Welt? Benötigte der Hochbegabte nicht. Gleich in seinem ersten Einsatz in der schwedischen Eliteliga schlug Edeltechniker Jan Zaugg Ende September ein wie ein Meteor. «Eins, zwei, drei, vier, Zaugg!» titelte die Website der «Svenska Superligan» nach einem fulminanten Debüt, bei dem Zaugg für seinen neuen Club Mullsjö AIS im Spiel gegen Sirius gleich vier Treffer gebucht hatte. «En Zauggolik Seger!» hiess es vorletzte Woche auf demselben Internetportal, was frei übersetzt so viel bedeutet wie: «Ein zauggscher Sieg!».

Wiederum waren dem Könizer im Spiel gegen Helsingborg vier Treffer gelungen, hatte er seine Farben, die in der Liga ambitionierte Ziele verfolgen, mit einer Galavorstellung fast im Alleingang zum 7:4-Sieg geschossen. Der bei Floorball Köniz ausgebildete Zaugg erobert das schwedische Unihockey im Sturm, der flinke Wirbelwind mit den magischen Händen ist in aller Munde. Kein Wunder, hat der 21-Jährige in 13 Partien doch schon 29 Punkte gesammelt (20 Tore) und figuriert als einziger Ausländer in der Skorerliste in den Top 20 (Rang 5). «Ich habe mich schnell eingelebt, wobei mir Teamkollegen und Staff den Einstieg mit ihrer hilfsbereiten Art einfach gemacht haben», erzählt Zaugg.

Der logische Wechsel

Im Frühsommer hatte sich Zaugg entschieden, seine Komfortzone zu verlassen und eine neue Herausforderung im Mutterland des Unihockeys anzunehmen. Es war der logische Schritt für den vielleicht talentiertesten Spieler in der Geschichte des Schweizer Unihockeys. In Schweden ist der Stellenwert der Sportart enorm hoch, und er kann sich wöchentlich mit den Besten messen, um sein Niveau auf das nächste Level zu hieven. «Die Bedingungen und die Infrastrukturen sind top. Vor allem aber die Professionalität beeindruckt», sagt Zaugg.

Jeder Spieler wolle in jedem Training besser werden, und deshalb stufe er das Niveau etwas höher ein als in der Schweiz, wobei er während der Spiele dann aber jeweils nicht grosse Unterschiede feststelle. «Unihockey bedeutet für die Spieler hier alles, weil die meisten im Gegensatz zur Schweiz keinen guten Job haben oder nebenbei studieren», erklärt Zaugg, der regelmässig Besuch aus der Schweiz bekommt.

«Verstehe schon fast alles»

Auch abseits des Unihockeys hat sich Zaugg bestens eingelebt. Sein Schwedisch werde von Tag zu Tag besser, und er verstehe fast alles. «Hätte ich zu Beginn intensiver gelernt, könnte ich wohl auch schon besser sprechen», sagt er. Zwei Tage pro Woche hilft Zaugg als eine Art Assistenzlehrer an einer Schule mit, die viele Kinder mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit) ausbildet. «Das hilft bei der Sprache», sagt Zaugg, der im Dezember voraussichtlich einen neuen (Büro-)Job antreten wird. Über Weihnachten und Neujahr wird der Shootingstar für fast zwei Wochen in der Schweiz weilen. «Es ist das erste Jahr, in dem hier in der Altjahreswoche nicht gespielt wird. Das ist praktisch», meint Zaugg. Doch vorher will er weiterhin überzeugen und die schwedische Presse mit Toren begeistern.

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