Die Sterne leuchten nicht mehr

Nach nur zwei Jahren in der Rollhockey-NLA muss Thunerstern wieder absteigen.

Enttäuschte Thuner nach dem Abstieg. Foto: Patric Spahni

Enttäuschte Thuner nach dem Abstieg. Foto: Patric Spahni

Ein Dutzend U-11-Junioren trainieren unter der Regie der beiden Vorstandsmitglieder Peter Lehmann und David Lüthi. Nichts erinnert an das Schicksal, welches sich zuvor an gleicher Stätte in der MUR-Halle zugetragen hat. Ausgerechnet im 60. Vereinsjahr muss das NLA-Team des SC Thunerstern in die NLB absteigen.

Im entscheidenden Derby gegen Uttigen bestimmten die Thuner zwar das Spiel, schossen aber zu wenig aufs Tor und liessen sich auskontern. Der Druck des Gewinnen-Müssen war für das junge Team mit drei Nationalspielern zu hoch. Das defensiv eingestellte Uttigen war effizienter, siegte mit 4:2 und sicherte sich den Ligaerhalt.

Erstaunlich, dass von den acht aufgebotenen Feldspielern für die World Roller Games in Barcelona deren vier bei den NLA-Teams Thunerstern und Uttigen im Einsatz stehen, dazu kommt ein Akteur aus der NLB. Dies sagt wohl vieles über das Niveau des Schweizer Rollhockeys. Ohne Ausländer geht vorne nichts. Und einen solchen können und wollen sich die Thuner nicht leisten.

«Der Vorstand bleibt auch in der NLB beisammen», sagt Präsident Ruggero Tommasi. «Wenn das Team zusammenbleibt, wollen wir den sofortigen Wiederaufsteig anstreben.» Mit Ausnahme von Nationalspieler Lorenzo Rui, der vom RHC Vordemwald kam, sind alle Akteure Thuner Eigengewächse. Hier will der Verein auch in Zukunft Akzente setzen. Neun Teams, darunter fünf Junioren-Teams, werden in der neuen Saison in der Meisterschaft spielen.

Dazu trägt auch das neu lancierte Projekt Futuro bei, das es jedem Kind ermöglichen soll, Rollhockey zu lernen und zu spielen. Es ist sehr viel Enthusiasmus dabei beim familiären Thuner Verein. Das Budget von 110000 Franken für den Gesamtverein ändert sich auch für die neue Saison nicht.

«Bei uns bekommt kein Spieler eine finanzielle Unterstützung. Dies gilt auch für den Gesamtvorstand. Wir alle sind mit viel Herzblut dabei.» So erstaunt es dann nicht, dass viele Väter im siebenköpfigen Vorstand sind, deren Söhne nun selber spielen.

Aber hier könnte auch das Problem der Thuner liegen: in den festgefahrenen Strukturen. Vizepräsident Lüthi ruft inzwischen auf dem Feld seinen Junioren mit einem kurzen Theorieblock die wichtigsten Regeln in Erinnerung. Die Zukunft des SC Thunerstern hat gestartet.

Berner Zeitung

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