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Die Nummer 2 wählte er aus Tradition

Nico Eggimann trifft am Donnerstag mit dem BSV Bern im Derby auf Wacker Thun.

Nico Eggimann agiert mit viel Zug aufs Tor. Foto: Stefan Wermuth
Nico Eggimann agiert mit viel Zug aufs Tor. Foto: Stefan Wermuth

Nein, die Nummer 2 hat nichts damit zu tun, dass er Andy Schmid nacheifern will. Obwohl Nico Eggimann wie der Schweizer Handballstar auf der Spielmacherposition agiert. «Andy ist für mich ein Vorbild, aber die 2 trage ich aus Familientradition», sagt der 18-Jährige, der beim HV Herzogenbuchsee mit dem Handballspielen begonnen hat.

Schon sein Vater lief mit dieser Rückennummer auf, ebenso sein Bruder. Also schnappte er sich dieses Trikot, als es auf die aktuelle Saison hin frei wurde. Und Eggimann war auch mit der 2 auf dem Rücken beim BSV Bern keineswegs nur immer in der zweiten Reihe anzutreffen, obwohl er selten zu Beginn auf dem Feld steht.

So erzielte er beim 29:28-Erfolg im Derby bei Wacker Thun im November die letzten fünf Treffer für die Gäste. Seinen Beitrag zum Erfolg im Spätherbst will er aber nicht überbewerten. «Ich bin damals ins Spiel gekommen, und ist es mir sofort gut gelaufen», sagt er. «Zum Sieg beigetragen hat aber die ganze Mannschaft.»

Die Partie sei nicht mit jener im April 2019 zu vergleichen, als Eggimann, gerade erst als Nachwuchsmann in die erste Mannschaft aufgerückt, den Playoff-Viertelfinal gegen St. Otmar St. Gallen für den BSV entschied. Er wurde von Trainer Aleksandar Stevic im Siebenmeterwerfen als fünfter und letzter Berner aufs Feld geschickt. Und verwertete souverän. «Da kam es wirklich auf mich alleine an, ich hatte die Verantwortung dafür, ob wir gewinnen oder das Spiel noch weitergeht.»

Ehrgeiziger Spieler

Eggimann ist rascher in die NLA aufgestiegen, als es eigentlich geplant war. Bei Solothurn, dem NLB-Partnerteam des BSV Bern, hielt er sich nicht lange auf, sondern startete auf ziemlich direktem Weg in die oberste Liga durch. Der Oberaargauer ist ein technisch starker Regisseur, der die Lücken in der gegnerischen Abwehr erkennt und auch seine Mitspieler in Szene setzen kann. Ab und zu läuft er auch im linken Rückraum auf.

Er verfolgt klare Ziele, strebt eine Profikarriere im Ausland an. «Noch muss ich aber viel lernen», sagt der Nachwuchs-Nationalspieler, der mit einem Ausbildungsvertrag bis 2021 an die Berner gebunden ist. «Es ist ein langer Weg, den ich gehen muss. Zuerst muss ich mich in Bern endgültig durchsetzen.» Und dazu seine kaufmännische Lehre bei Swiss Olympic abschliessen. Erst dann kann er sich weiter mit seiner Zukunft befassen.

Am Donnerstag (20.15 Uhr) steht Eggimann wieder in einem Berner Derby auf dem Platz, wenn sein Team in der Gümliger Ballsporthalle auf Wacker trifft. Er hat bereits als Junior einige Duelle gegen die Oberländer bestritten. «Damals habe ich die Derby-Situation als nicht so speziell empfunden, obwohl ich gegen einige Kollegen aus den Regionalauswahlen gespielt habe», sagt der junge Handballer.

«Heute bin ich viel mehr angespannt, wenn ein Derby auf dem Programm steht.» Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, für die die Saison bis jetzt nicht wunschgemäss verlaufen ist. Der BSV ist Siebter, mit vier Punkten Rückstand auf Wacker, und sollte gewinnen, um noch eine Chance auf eine bessere Klassierung in der Hauptrunde zu haben.

Für die Thuner wiederum geht es darum, den Anschluss an Suhr Aarau, das zwei Zähler mehr aufweist, nicht zu verlieren. «Wir wollen das Playoff aus einer guten Position aus starten», wiederholt Eggimann die Worte, die man von BSV-Exponenten schon verschiedentlich gehört hat.

Zweiter Sieger will der Spielmacher am Donnerstag sicher nicht sein. Vielmehr will die Nummer 2 mit zwei Punkten mehr auf dem Konto den Platz verlassen. Und dazu beitragen, dass die zuletzt auch von Verletzungen geplagten Berner wieder etwas zuversichtlicher den Rest der Saison angehen können.

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