Der Torminator ist zurück bei Köniz

Bei der 1:7-Heimniederlage gegen Meister Wiler-Ersigen war Rückkehrer Manuel Maurer bereits wieder einer der auffälligsten Akteure bei Floorball Köniz.

Er jubelt wieder im Dress seines Stammclubs. Manuel Maurer ist nach einem Jahr in Schweden zu Köniz zurückgekehrt. Foto: Iris Andermatt

Er jubelt wieder im Dress seines Stammclubs. Manuel Maurer ist nach einem Jahr in Schweden zu Köniz zurückgekehrt. Foto: Iris Andermatt

223 Tore hat dieser in seinen ersten sechs NLA-Saisons erzielt, über 1,3 pro Partie also. Und mit den 131 Assists war er pro Spiel an jeweils mehr als zwei Treffern seines Teams beteiligt. Deshalb war es am letzten Freitag ungewohnt, dass nicht der Schweden-Rückkehrer Manuel Maurer im Topskorer-Shirt aufgelaufen ist – dieses trug bereits zum dritten Mal in Folge Simon Hutzli. Maurer selbst hatte erst im dritten Spiel gegen Malans erstmals – aber dafür gleich doppelt – getroffen. Gegen Titelverteidiger Wiler-Ersigen konnten aber weder er noch Hutzli punkten. Vor allem der Schweden-Rückkehrer konnte einige ausgezeichnete Möglichkeiten nicht nutzen.

Aber obwohl beide Teams ähnlich viele Spielanteile und Torchancen besassen, bekam Köniz von Wiler-Ersigen eine Lektion in Sachen Effizienz erteilt. «Die spielten gegen uns ihre ganze Klasse aus und nutzten, ganz im Gegensatz zu uns, vor allem ihre Chancen konsequent», zeigte sich der anstelle des verletzten Stefan Castrischer auch als Captain fungierende Maurer vom Gegner beeindruckt. Nach fünf Runden steht Floorball Köniz erst mit sechs Punkten zu Buche und dümpelt derzeit um den Playoff-Strich herum.

«Wir hatten auch ein schweres Startprogramm», relativiert der 26-Jährige. «Gegen Wasa kann man verlieren, und nach dem Erfolg in Uster standen die Duelle mit den drei meistgenannten Titelfavoriten auf dem Programm.» Zwar hätte nur gegen Malans etwas Zählbares resultiert, aber auch beim 7:8 gegen GC sowie gegen Wiler-Ersigen habe man gut mithalten können und bestätigt, dass die namhaften Abgänge wenn nicht wettgemacht doch zumindest kompensiert worden seien.

Gute Zeit in Schweden

Übrigens: Noch eindrücklicher waren die Skorerwerte von Maurer letzte Saison bei Växjö in Schweden: 41 Tore und 26 Assists in 39 Spielen – für einen Debütanten in der «NHL des Unihockeys» ein überragender Wert. Für Aussenstehende ist es deshalb umso weniger verständlich, warum er seine Zelte dort bereits wieder abgebrochen hat und nach bloss einem Jahr zu seinem Stammclub zurückgekehrt ist.

«Wenn ich in der NHL Eishockey oder als Fussballer in einer europäischen Topliga gespielt hätte, wäre ich sicher geblieben», gibt Maurer zu, «aber vom Unihockey allein können selbst in Schweden nur ein paar Wenige leben». Für ihn habe es in Schweden aber trotzdem gestimmt, «ich habe neben dem Sport einen 40-Prozent-Job ausgeübt und dort eine gute Zeit gehabt».

Aber ebenso sei für ihn klar gewesen, dass für ihn nach seinem Bachelor in Medien- und Kommunikations-Wissenschaft die berufliche Zukunft nur in der Schweiz liegt – «und als mir das Angebot für mein derzeitiges 80-Prozent-Praktikum vorlag, war für mich sofort klar, dass ich diese Chance packen muss». Maurer verhehlt aber nicht, dass es für ihn auch vom Sportlichen her in Köniz bestens passt. «Hier kann ich mit meinen alten Kumpels spielen, der Teamgeist stimmt, die Emotionen – kurz, ich habe die Rückkehr noch keine Minutebereut.»

«Grosses ist möglich»

Und international? Manuel Maurer ist weiterhin mit Leib und Seele – und mit grossen Ambitionen – in der Nationalmannschaft. «Der Premierensieg vor knapp zwei Jahren gegen Schweden und dann die unglückliche Halbfinalniederlage im Penaltyschiessen an der letzten Weltmeisterschaft gegen den Rekordchampion haben uns gezeigt, dass für dieses Team in den nächsten paar Jahren Grosses möglich ist», sieht der Goalgetter erfreuliche Perspektiven.

Er wäre noch so gerne Teil jener Equipe, die für die Schweiz erstmals einen WM-Final erreichen oder gar den Titel gewinnen wird. «Ich werde aber um meinen Platz in der Nati kämpfen müssen, gerade auf meiner Position ist der Konkurrenzkampf besonders gross», sagt er und will diese Aussage explizit nicht als Tiefstapelei verstanden wissen. Wobei aber auch hier seine starken Skorerwerte – 55 Tore und 37 Assists in 71 Länderspielen – deutlich für ihn sprechen.

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