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Der SCB kämpft und siegt – wie fast immer

Der SC Bern gewinnt das sechste Spiel in Folge. Beim 3:2 gegen Ambri muss der Leader allerdings bis zur letzten Sekunde kämpfen, obwohl er nie in Rückstand gerät.

Gregory Sciaroni schiesst das 1:0 für den SCB.
Gregory Sciaroni schiesst das 1:0 für den SCB.
Keystone
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Der SC Bern siegt und siegt und siegt. Ambri-Piotta hält zwar mit aller Kraft und viel Leidenschaft dagegen, doch nach 60 Minuten bejubeln die Mutzen einen 3:2-Erfolg. «Sie haben uns alles abverlangt», sagt André Heim über die Tessiner. Und Beat Gerber attestiert den Gästen «ein spezielles Spiel. Wenn wir in der Offensivzone zu tief stehen und die Scheibe verlieren, kontern sie oft mit mehreren Spielern.»

Ambri-Piotta überrascht in dieser Saison, und zwar auf und neben dem Eis. Die Tessiner halten sich beharrlich über dem Strich, und vorgestern überraschte die Clubführung, als sie die vorzeitigen Vertragsverlängrungen von Daniel Manzato, Jiri Novotny, Dominic Zwerger sowie Marco Müller bekanntgab. Zumindest der ehemalige SCB-Akteur Müller und Zwerger, Österreicher mit Schweizer Lizenz, waren sehr begehrt gewesen. «Die beiden wären schon interessant, aber sie haben sich frühzeitig entschieden, in Ambri zu bleiben. Insofern waren sie gar nie richtig auf dem Markt», sagt SCB-Sportchef Alex Chatelain.

Assist von Genoni

Zusammen mit dem Tschechen Dominik Kubalik bilden Center Müller und Flügel Zwerger eine der besten Sturmlinien in der National League. Das ist auch an diesem Dienstagabend ersichtlich. Immer wieder, meistens mit rasanten Gegenstössen, sorgen sie für Gefahr vor Leonardo Genoni. Überhaupt schaffen es die zweikampfstarken Leventiner ungewohnt oft, dass in Kari Jalonens Equipe Hektik ausbricht. Das mag auch daran liegen, dass die Mutzen aufgrund von Sperren und Verletzungen seit geraumer Zeit immer wieder mit wechselnden Formationen antreten, was der Abstimmung abträglich ist. Diesmal fehlt zusätzlich Matthias Bieber. Jalonen hat sich dafür, entschieden, Mittelstürmer Heim in die zweite Linie zu befördern und Andrew Ebbett an den Flügel zu stellen. Statt Heim führt daher Alain Berger die vierte Sturmreihe an.

Obwohl die Berner loslegen wie die Feuerwehr und durch einen Ablenker Gregory Sciaronis schon nach 121 Sekunden in Führung gehen, entwickelt sich eine spannende, intensive Begegnung. Das 1:1 kassieren die Gastgeber kurz vor der ersten Pause, weil die Zuordnung nicht stimmt, nachdem Genoni einen Puck hat abprallen lassen. Im zweiten, von den Besuchern dominierten Abschnitt, setzt dann der SCB-Goalie für einmal in der Offensive einen Akzent. Als mehrere Ambri-Akteure gleichzeitig wechseln, nutzt Genoni das freie Eis auf der linken Seite für einen präzisen Steilpass auf Heim – 2:1. «Leo liest das Spiel hervorragend, der Pass war perfekt», lobt Heim nach seinem zweiten Saisontreffer.

Kurz nach dem zweiten Seitenwechsel enteilt Kubalik einmal mehr, SCB-Topskorer Mark Arcobello stoppt den Liga-Topskorer mit einem Stockschlag auf den rechten Arm. Die Schiedsrichter ahnden das Vergehen mit Penalty plus 5-Minuten-Strafe plus Restausschluss. Nicht nur der angeschlagene Thomas Rüfenacht, der den Match auf der Perssetribüne verfolgt, findet das Verdikt zu hart, zumal Kubalik nicht verletzt ist, sondern den Penalty schiesst. «Penalty und 5 Minuten – das habe ich noch nie erlebt», sagt auch Beat Gerber, der seit der Jahrtausendwende in der höchsten nationalen Klasse mitmischt.

Siegtreffer in Überzahl

Kubalik verschiesst. «Ich war zuversichtlich, dass Leo den Penalty hält», meint Heim schmunzelnd. Im Powerplay gleicht Ambri dann doch aus. Aber der SCB hat, wie seit Jahresbeginn fast immer, die richtige Antwort parat. Die Mutzen erhöhen den Druck und erzwingen Strafen. Jalonen nimmt ein Timeout, und elf Sekunden später gelingt Ebbett in doppelter Überzahl das 3:2. Die Besucher werfen am Schluss alles nach vorne, doch die Berner halten mit vereinten Kräften dicht. Kurz vor Schluss blockt Captain Simon Moser einen Schuss Kubaliks und vereitelt damit die letzte grosse Chance der Leventiner.

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