Der Neue mit dem perfekten Profil

Ante Kaleb nimmt bei den Bernern in der Saison 2019/2020 die zentrale Position des Spielmachers beim BSV Bern ein.

Zuversichtlich: Ante Kaleb will den BSV Bern zu Erfolgen führen. Foto: Raphael Moser

Zuversichtlich: Ante Kaleb will den BSV Bern zu Erfolgen führen. Foto: Raphael Moser

Reto Pfister

Er spielt auf der gleichen Position wie einer der bekanntesten Handballer seines Landes. Ante Kaleb durfte Ivano Balic per­sönlich kennen lernen; er rückte als Nachwuchsmann ins Kader von RK Zagreb auf, als der berühmte Spielmacher in sein Heimatland Kroatien zurückgekehrt war. «Alle haben zu ihm aufgeschaut», sagt der mittlerweile 26-jährige Kaleb. «Für die meisten war er das Vorbild, auch für mich.» Auch er ist Regisseur, allerdings ein anderer Typ als der technisch herausragende Balic, der auch als Ronaldinho des Handballs bezeichnet wurde.

Der neue BSV-Akteur ist 1,96 Meter gross und kräftig; er ist auch defensiv stark. Und entspricht perfekt dem Profil, dass die Berner für die Besetzung dieser Position gesucht haben. Der Vertrag mit dem bisherigen Spielmacher Jakub Szymanski war nicht mehr verlängert worden, mit Abwehrchef Thomas Heer hat zudem das zweite Mitglied des Innenblocks seine Karriere beendet.

Kaleb ist gern nach Bern gekommen. Er hat schon in Deutschland, Slowenien und Polen gespielt, besass bei Azoty Pulawy noch einen weiterlaufenden Vertrag, war dort aber nicht mehr glücklich und wollte den Verein verlassen. «Als die An­frage aus Bern kam, verliefen die Gespräche rasch positiv», sagt der Südosteuropäer. «Mit anderen Clubs habe ich mich gar nicht gross beschäftigt.» Weil es ihn reizte, die Schweizer Liga kennen zu lernen. Und ihm auch nicht sportliche Dinge wichtig sind. «Ich will an einem Ort leben, wo mir die lokale Lebensweise zusagt», nennt Kaleb ein wichtiges Kriterium für die Wahl seines Arbeitsplatzes. In Bern scheint ihm das gegeben.

Seltene Eigenschaften

Die Integration sollte dem Kroaten leichtfallen. Im Gespräch erweist er sich als freundlicher, offener Mensch. Hochdeutsch spricht er aus seinen zwei Jahren bei TuS N-Lübbecke im Westen Deutschlands gut; eine Ver­ständigung mit ihm ist problemlos möglich. Zudem spricht er auch Englisch; Trainer Aleksandar Stevic kann sich zudem mit seinem neuen Spielmacher in der Muttersprache unterhalten.

«Ante zeigt das, was ich von ihm erwartet habe», sagt der BSV-Coach. «Einen Spieler, der solche Eigenschaften in sich vereint, findet man nicht so oft. Deshalb wollten wir auch genau ihn verpflichten.» Kaleb liebt das Spiel mit dem Ball, geht auch selbst in den Abschluss, verrichtet jedoch auch gern Defensivaufgaben. «Fast jeder Handballer spielt lieber im Angriff», sagt der Kroate. «Verteidigen gehört jedoch auch dazu.» Mit seiner Körpergrösse wird er für die Gegner nicht einfach zu überwinden sein.

Nummer von Heer

Kaleb absolviert ein Fernstudium in Wirtschaft, um für die Zeit nach der Karriere bereits einen Abschluss in den Händen zu halten. Mit 26 Jahren steht er jedoch noch mitten in seiner Laufbahn, vorerst gilt sein Augenmerk noch ganz dem Handballsport. Und seiner neuen Herausforderung in der Schweiz. «Ich denke, dass ich in eine Liga mit guter Qualität gewechselt bin», sagt der neue BSV-Spielmacher, der die Nummer 7 von Thomas Heer übernommen hat.

Diese Nummer trägt bei den Bernern also auch in Zukunft ein Leistungsträger, der siebtwichtigste Mann auf dem Feld will Kaleb aber in Zukunft sicher nicht sein. Sondern einer, der dem Spiel der Berner seinen Stempel aufdrücken will. Am besten schon am Donnerstag, beim Meisterschaftsauftaktin Winterthur (19 Uhr).

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