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Der Leader, der man nicht sein will

Trotz furiosem Start verliert der UHC Thun gegen Waldkirch-St. Gallen 5:9. Das Team erhält zu viele Gegentreffer und hat deshalb in der Meisterschaft erst einmal gewonnen.

Der Thuner Janik Saurer (links) erobert den Ball vor dem St. Galler Michael Schiess.
Der Thuner Janik Saurer (links) erobert den Ball vor dem St. Galler Michael Schiess.
Patric Spahni

21 Sekunden dauerte es, bis es vor dem Tor des UHC Thun erstmals gefährlich wurde und Waldkirch-St. Gallen den Pfosten traf. Trotz der frühen Schrecksekunde startet das Heimteam energievoll und mit viel Offensivdrang in die Partie. Nach 13 Minuten führte es nach Toren von Tobias Baumann und Reto Graber verdient 2:0. Doch dann wird das Problem der Thuner deutlich: Sie bekommen zu viele Gegentore. Innerhalb von fünf Minuten erhielten sie deren drei – zur ersten Drittelspause lagen sie plötzlich im Rückstand.

Zwei verletzte Routiniers

118 Tore in 13 Spielen haben die Berner Oberländer in dieser Saison schon kassiert. Sie führen damit ungewollt eine Rangliste an: Mehr Treffer hat kein Team der Liga erhalten. Anfang Saison wollten sich die Thuner dem Playoffstrich annähern, mit bisher einem Sieg in der Meisterschaft und Rang 11 gilt es bereits im Dezember, sich mit dem Thema Ligaerhalt zu befassen. «Wir müssen uns jetzt schon darauf vorbereiten, am Schluss der Saison bereit zu sein», sagt Thuns Trainer Hans-Roland Meyer.

«Das primäre Ziel, das wir verfolgen, ist die Entwicklung unserer Spieler. Sie sind jung, haben viel Potenzial und müssen ihre Erfahrungen auf diesem Niveau sammeln.» Die defensiven Probleme haben hauptsächlich drei Gründe. Anstatt beim Stand von 2:1 den Vorsprung in die Pause zu bringen, versuchten die Thuner Stürmer den Ball weit vorn zu gewinnen. Nach zwei schnellen Pässen war das Forechecking ausgespielt und der Ball im Tor. Dem jungen Team fehlt in solchen Spielsituationen die Abgeklärtheit.

Auch zeigte es zahlreiche Unkonzentriertheiten. «Wir haben taktische Mängel und machen zu viele Eigenfehler. So kommt der Gegner viel zu einfach zu Toren», bilanziert Meyer nach dem Match. Waldkirch, das auf Rang 6 klassiert ist, führte nach 35 Minuten und drei weiteren Treffern 6:2. Einziger Lichtblick im Mitteldrittel war Kevin Widmers Tor zum 3:6. Das Spiel war aber spätestens in der 50. Minute nach dem 3:8 aus Thuner Sicht entschieden. Immerhin gelangen David Simek, dem viertbesten Skorer der Liga, noch zwei Tore zum Schlussresultat von 5:9.

Dazu kommt, dass dem jungen Team mit Jürg Götti und Michael Fankhauser die zwei erfahrensten Abwehrspieler verletzt fehlen. «Wenn wir während einer so langen Phase auf unsere beiden besten Verteidiger verzichten müssen, wird es schwierig», sagt Meyer. Ohne die beiden weist das Team einen Altersdurchschnitt von lediglich knapp 22 Jahren auf.

Die Entwicklung zählt

Die vielen Gegentreffer bereiten auch Yannick Zimmermann einige Sorgen. Der 21-Jährige ist seit dieser Saison Captain der Thuner. «In der Offensive schiessen wir genug Tore, um ein Spiel zu gewinnen. Aber mit neun oder sogar noch mehr Gegentreffern ist es beinahe unmöglich, einen Match zu unseren Gunsten zu entscheiden», sagt der Verteidiger. Um diese Baustelle anzugehen, brauche es viel Arbeit im Training. «Wir versuchen, die Automatismen zu verbessern», sagt Zimmermann. «Damit wir wissen, wie der Mitspieler in gewissen Situationen handelt.»

Morgen Mittwoch trifft Thun auswärts auf Floorball Köniz, danach stehen weitere schwierige Partien gegen Malans und Wiler-Ersigen an. «Das Ziel wird wie immer sein: Ein gutes Spiel zu machen und uns zu entwickeln», sagt Meyer. Für ihn ist die längerfristige Entwicklung des Teams wichtiger als ein einzelner Match: «Manchmal ist es hart. Ich denke in zwei, drei Jahren können wir auf der Sonnenseite stehen. Aber dafür braucht es unerbittliche Arbeit.»

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