Den Profis alles abverlangt

Futsal-Schweizermeister Minerva Bern hat in der Vorrunde der Champions League einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen. In Athen holte Minerva aus drei Spielen vier Punkte, verpasste aber das Weiterkommen.

Evangelos Marcoyannakis (links, in der Liga gegen Croatia) und Minerva zeigten gute Auftritte. Foto: swe

Evangelos Marcoyannakis (links, in der Liga gegen Croatia) und Minerva zeigten gute Auftritte. Foto: swe

Adrian Lüpold

«Keine Angst, wir bleiben dran», sagt Miro Prskalo. Trübsal blasen gehört definitiv nicht zu den Charakterzügen des Präsidenten von Futsal Minerva Bern. Im Gegenteil: Der gebürtige Walliser ist Optimist und ein ausgewiesener Machertyp, der seinen Club über Jahre mit unendlich viel Passion und Hunderten Stunden Aufwand zu dem Aushängeschild schlechthin in der Schweizer Futsalszene geformt hat.

In Athen hat der Schweizer Meister zum Ende der letzten Woche nun aber knapp die Zwischenrunde in der Uefa Futsal Champions League verpasst. Aus drei Gruppenspielen resultierten vier Punkte und Rang 2 – nur der Erstplatzierte kam weiter. «Eine gewisse Enttäuschung ist dabei, aber Spieler und Staff haben alles rausgeholt, was möglich war. Dass wir gegen Profiteams noch Nachholbedarf haben, ist die Realität. Unsere Auftritte in Athen sind aber als gut einzustufen. Zudem war es auch eine gute Erfahrung», erklärt Prskalo.

Paukenschlag gegen Athen

Gleich im ersten Spiel hatten die Berner für einen Paukenschlag gesorgt. In einer dramatischen Partie bezwangen sie in heisser Atmosphäre vor über 800 Zuschauern Gastgeber AEK Athen 4:3, was umso bemerkenswerter ist, als die Griechen auf die Unterstützung des gleichnamigen Profifussballclubs zählen können und über andere Möglichkeiten verfügen als Minerva. Mit diesem Sieg im Rücken traf Minerva im zweiten Vergleich auf den Futsalclub Csíkszereda aus Rumänien, der lauter Profispieler in seinem Kader vereint.

Die Berner hielten gut mit, wirkten in der zweiten Halbzeit sogar leicht überlegen, bis sich in den letzten sechs Minuten beim Stand von 3:3 die Klasse der Profis durchsetzte und die Rumänen letztlich 6:3 gewannen. «Das waren Profis, die bis zu 3000 Franken im Monat verdienen, was in Rumänien viel ist. Und die trainieren sechs- bis achtmal pro Woche. Diese Strukturen haben wir nicht», sagt Prskalo. Die Spieler hätten ihr Herz, ihr Leben und ihre Seele für Minerva gegeben, meinte derweil leicht überspitzt Trainer Pedro Santos nach dem harten Kampf gegen die Rumänen, die sich Rang 1 in der Gruppe und den Einzug in die nächste Runde sicherten.

Lücke in Europa schliessen

Minerva belegte nach dem abschliessenden 4:4 gegen Blue Magic Dublin aus Irland den zweiten Rang. Um den nächsten Schritt europäisch zu gehen, braucht es gemäss Prskalo Verbesserungen auf vielen Ebenen. «Ob finanziell oder strukturell, ob im Juniorenbereich oder was das öffentliche Interesse oder generell die Strukturen in der Schweiz anbelangt.» Prskalo und seine Entourage bei Minerva werden nichts unversucht lassen, die Lücke zu schliessen.

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