Das Zittern und der kühle Kopf

Rotweiss Thun schlägt GC und steht im Cupfinal.

Die Thunerinnen feiern den Finaleinzug.

Die Thunerinnen feiern den Finaleinzug.

(Bild: Andreas Blatter)

Adrian Horn

Am Ende geschieht, was hierzulande oft geschieht, wenn Handball gespielt wird: Thuner jubeln. Rotweiss bezwingt GC Amicitia Zürich; die Berner Oberländerinnen kämpfen am 17. März in der Mobiliar-Arena in Gümligen damit genauso um den Cupsieg wie Wacker, ihr männliches Pendant. Vor zwei Jahren standen gleichfalls beide Clubs in der Ausmarchung. «Thun ist eben eine Handballstadt», sagt Peter Bachmann, der Trainer, der die Herren 2002 und 2006 zu deren ersten Titeln gecoacht hatte und später die Frauen an die nationale Spitze führte.

Der Weg ins Endspiel – er war in diesem Fall erstaunlich steinig. Mit 23:22 Treffern setzten sich die Gastgeberinnen durch. Sie verstanden es, im letzten Angriff den Abschluss hinauszuzögern, sodass die Zürcherinnen nicht mehr an den Ball gelangten. Zu Beginn hatte vieles auf ein Schaulaufen des Favoriten hingedeutet; dieser führte 4:0 und kassierte in den ersten 10 Minuten bloss ein Tor. In der Folge scheiterten die Thunerinnen oft. «Wir erarbeiteten uns viele gute Chancen, warfen häufig aber zu wenig geschickt», erzählt Kira Zumstein, die 19-jährige Regisseurin des Heimteams, die fünfmal erfolgreich war und im Allgemeinen stark auftrat.

Mit Zuversicht ins Endspiel

360 Leute schauten zu, wobei es sich um eine vergleichsweise tolle Kulisse handelte. Wacker war durch Ivan Wyttenbach, Roman Caspar und weitere Exponenten vertreten. Sie sahen eine merkwürdige Partie, in der die Torhüterinnen dominierten. Die Thunerin Karmen Korenic parierte 20-mal und damit fast die Hälfte aller Würfe, womit sie ihr Gegenüber Desirée Ligue (13) übertraf. Addiert wurden von 6 Penaltys lediglich 2 verwertet, und mit der grippegeschwächten Lucia Weibelova nahm die beste Individualistin eine Nebenrolle ein.

Die Gäste glichen zwölf Minuten vor Schluss erstmals aus. Davor hatten sie wiederholt das leere Thuner Tor nicht getroffen, nachdem Korenic jeweils einer Feldspielerin gewichen war. Nicht zu überzeugen vermochte das Flügelspiel der Thunerinnen, aus sechs Möglichkeiten resultierte hierbei bloss ein Treffer. Bachmann aber hatte stets ein gutes Gefühl, wie er versichert. «Die Deckung stand ordentlich, und aus dem Rückraum kam regelmässig was. Das stimmte mich zuversichtlich.» Die Aufbauerinnen Laura Rotondo und Milena Kaeslin erzielten die entscheidenden Tore.

Es ist die dritte Cupfinalteilnahme des von der langjährigen Nationalrätin Ursula Haller präsidierten Vereins innert vier Jahren. In den letzten Endspielen brachen die Thunerinnen nach starker erster Hälfte ein. Zumstein glaubt, dass ihr Team heuer reüssieren kann. «Wir sind weiter als vor zwei Jahren.» Rotweiss’ Widersacher werden die Spono Eagles sein – jener Club, den die Berner Oberländerinnen in dieser Saison überholt haben.

Gut möglich also, dass die Thuner am 17. März eine Menge zu bejubeln haben werden.


Rotweiss - GC Amicitia 23:22  (11:8)

Rotweiss: Korenic; Rotondo (7), Lehmann (1), Kaeslin (3), Zumstein (5), Wyer (1), Frey (4), Schmid, Weibelova (2/1).

Berner Zeitung

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