Besser verloren

Nach dem blamablen Cup-Halbfinal hat Uni Bern den Kampfgeist wiedergefunden. Trotzdem resultierte gegen Luzern eine 1:3-Niederlage.

Damien Rossignol (l.) und Jakub Radomski am Block.

Damien Rossignol (l.) und Jakub Radomski am Block.

(Bild: Iris Andermatt)

Peter Berger@PeterBerger67

Trainer Mikolaj Ostrowski wollte nicht mehr über die Cupschmach vom vorangegangenen Sonntag reden. Sang- und klanglos waren die Berner beim NLB-Verein Züri Unterland untergegangen und hatten den erstmaligen Einzug in den Cupfinal verpasst. «Bereits am Dienstag habe ich dem Team gesagt, dass das Thema abgeschlossen sei», sagte Ostrowski.

Nach dem beherzten Auftritt am Samstag in der Meisterschaft gegen Luzern konnte sich aber auch der Pole die Bemerkung nicht verkneifen: «Das war diesmal ein ganz anderes Team als im Cup. Was wäre gewesen, wenn wir auch da so aufgetreten wären?» Die Antwort gab Landsmann und Topskorer Jakub Radomski: «Wir hätten für unseren kleinen Club etwas Grosses erreicht.»

Dass sich Ostrowski rasch bemühte, den Fokus wieder auf die Liga zu richten, ist verständlich. Doch die Cuppleite liess und lässt sich nicht so einfach aus den Köpfen verdrängen. Schwierig sei sie gewesen, diese Woche, gestand Radomski. «Wir waren mental und taktisch nicht bereit gewesen, das hat uns beschäftigt. Für uns fühlte es sich nach dem verpassten Ziel irgendwie an, als wäre die Saison nun vorzeitig vorbei.»

Insofern ist dem Team hoch anzurechnen, dass es sich wieder fangen konnte. Gegen Luzern kämpften die Berner, spornten sich gegenseitig an und gaben nie auf. «Die Reaktion war okay», hielt Coach Ostrowski fest. Beim 1:3 gegen den Tabellenvierten waren die Gastgeber näher an einem Punktgewinn, als es das Resultat vermuten lässt. Nach dem gewonnenen Startsatz kämpfte sich Uni Bern im dritten Umgang nach einem 17:20-Rückstand zurück und musste sich erst bei Luzerns viertem Satzball mit 27:29 beugen.

Auch im vierten Satz führte der Aussenseiter 18:16, bevor die Innerschweizer noch aufholten und schliesslich 25:22 gewannen. «In den wichtigen Momenten war Luzern besser», begründete Ostrowski. Den Grund dafür sah der Trainer nicht in der mangelnden Erfahrung im Team, sondern bei der Nervosität seiner Spieler in den entscheidenden Phasen.

Ostrowski hatte zuerst Mittelblocker Badou Kouate und Pas­seur Lars Ulrich Einsatzzeit gegeben. Erst ab dem dritten Satz übernahmen die älteren Stammspieler Damien Rossignol und Jeremy Tomasetti, der die aktuelle Saison noch mit Luzern begonnen hatte.

Aber auch die personellen Wechsel vermochten die Niederlage nicht zu verhindern. Zwei Runden vor Schluss der Qualifikation liegt Uni Bern auf dem siebten und vorletzten Platz. Mit zwei Siegen in Näfels am Freitag und in Lausanne am Sonntag könnten sich die Berner theoretisch noch verbessern. Realistischer ist indes, dass sie ab dem 16. März als Siebte gegen das zweitplatzierte und wohl übermächtige Schönenwerd in die Playoff-Viertelfinals steigen werden.

Bereits einen Tag später, am Sonntag, 17. März, wird Uni das Heimspiel der Best-of-3-Serie austragen. Den Cupfinal zwischen Züri Unterland und Amriswil können sich die Berner dann übrigens am 30. März anschauen.

Berner Zeitung

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