Bergmeister Steiner spürt Frustpotenzial

Marcel Steiner eröffnet die Rennsportwagen-Saison mit gemischten Gefühlen. Der Oberdiessbacher ist von seinem italienischen Partner enttäuscht.

Noch wartet Marcel Steiner auf ein neues Chassis für seinen LobArt-Mugen. Foto: Markus Grunder</p><p>Marcel Steiner peilt seinen 6. SM-Titel an. Foto: rk-photography

Noch wartet Marcel Steiner auf ein neues Chassis für seinen LobArt-Mugen. Foto: Markus Grunder

Marcel Steiner peilt seinen 6. SM-Titel an. Foto: rk-photography

Peter Berger@PeterBerger67

Am Wochenende fährt Marcel Steiner das Bergrennen im luxemburgischen Eschdorf. Erst danach konzentriert er sich auf die Schweizer Meisterschaft, seinem Kerngebiet. Der fünfmalige Bergmeister der Rennsportwagen-Klasse (2010, 2011, 2012, 2017, 2018) kennt nur ein Ziel: «Ich habe den sechsten Titel im Visier.»

Ein Selbstläufer wird das jedoch nicht. «Es wird sogar massiv schwieriger. Hauptkonkurrent Eric Berguerand wird seine technischen Probleme nun im Griff haben. Generell wird es mehr Konkurrenz geben», hält der 43-jährige Oberdiessbacher fest.

Steiner ist mit seinem Auto nur bedingt zufrieden. Im gehört der V8-Motor, seinem italienischen Partner LobArt das Chassis. Und vom Werk, das spezialisiert ist auf Carbonfaser-Bauteile, aber auch Polyester für die Automobilindustrie verarbeitet, ist Steiner enttäuscht. «Ich habe immer noch das Chassis von 2015. Die Zusammenarbeit und Weiterentwicklung stagniert.»

Marcel Steiner peilt seinen 6. SM-Titel an. Foto: rk-photography

Die Italiener vertrösten den Berner immer wieder. «Wenn sie zu wenig Aufträge haben, fehlt das Geld. Wenn sie Aufträge haben, haben sie keine Zeit», fasst der Garagier zusammen. Steiner verneint nicht, «dass es Frustpotenzial gibt.» Vom Karriereende will er jedoch noch nichts wissen. Er sagt bloss, er müsse die Augen offen halten. Bisher waren jedoch alle Alternativen, wie der Kauf eines anderen Autos zu teuer.

Vor- und Nachteil

Nach wie vor gefällt ihm sein Sport. «Wir gehen mit den Rennen zu den Zuschauern in ländliche Regionen. Wir fahren nicht auf einer Rundstrecke, wo die Anwohner vom Lärm schon genervt sind. Wir ziehen die Zuschauer an.»

Das wird auch am «European Hill Race » in Luxemburg so sein. Dieses Rennen hat Steiner 2013 schon einmal gewonnen. Die Fahrzeit wird um die 50 Sekunden betragen. Steiner weiss: «Die kurze Fahrzeit ist ein Nachteil in unserem Sport. Der Vorteil ist: mir fahren keine Gegner ins Auto.»

Berner Zeitung

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