Aufstieg zum Abschied

Der Langenthaler Fabian Geiser (36) beendet seine Karriere. Der frühere YB-Spieler arbeitet als Lehrer.

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Peter Berger@PeterBerger67

Mit dem Ende der Promotion League geht am Samstag auch die Karriere von Fabian Geiser zu Ende. Vor sieben Jahren war der Langenthaler zu Stade Lausanne-Ouchy (SLO) gekommen und führte in dieser Zeit die Mannschaft als Abwehrchef und Captain von der 2. Liga interregional bis in die Challenge League.

Die Aufstiegs- und Abschiedsfeier fand bereits vor einer Woche anlässlich des letzten Heimspiels statt. «Mein zweijähriger Sohn Léo machte den Ankick», erzählt Geiser. «Der Aufstieg ist ein schöner Abschluss der Karriere.»

20 Jahre sind vergangen, seit Geiser als 15-Jähriger vom FC Langenthal zu YB gestossen war. Das Debüt in der NLA bezeichnet er als Highlight. «Es war an einem Mittwoch, ich war im Gymnasium, als am Mittag der Telefonanruf kam, ich solle ins Hotel Bern kommen», erinnert sich Geiser an den 6. März 2002.

Als sich am Abend im Spiel gegen Servette Adrian Eugster verletzte, schickte Trainer Marco Schällibaum in der 64. Minute den 18-Jährigen aufs Feld. «Mein Gegenspieler war Wilson Oruma. Als Mittelfeldspieler musste ich rechter Verteidiger spielen. Diese Position ist mir dann viele Jahre geblieben.» YB gewann die Partie auf dem Neufeld mit 3:1.

Insgesamt absolvierte Geiser 40 Meisterschaftsspiele für seinen Herzensclub YB. Just als die Berner 2005 ins neue Stadion zogen, wurde er an Lausanne ausgeliehen. «Damals hätte ich besser verhandeln und den Vertrag vorzeitig verlängern sollen, denn als ich zurückkehrte, war ich bereits aus den Traktanden gefallen.» Nach dem Umzug ins Stade de Suisse tätigten die Berner viele Transfers, suchten den schnellen Erfolg – keine guten Voraussetzungen für einen eigenen Junior.

Doch hadern will Geiser nicht, man könne schliesslich nichts mehr ändern. Es folgte der Wechsel nach Schaffhausen, wo für den Oberaargauer 31 weitere Auftritte in der Super League folgten. 2010 stand er mit Lausanne im Cupfinal (0:6 gegen Basel). «Ich habe im Fussball viele, gute Freunde gefunden», sagt Geiser. Ein Mitspieler ist ihm besonders in Erinnerung.

«Bei YB und in Lausanne durfte ich mit Stéphane Chapuisat zusammenspielen. Obwohl er die Champions League gewonnen hatte, zeigte er in jedem Training vollen Einsatz, half uns Jungen und war ein Vorbild. Chapuisat ist für mich ein wahrer Monsieur.»

Geiser hat den Rücktritt schon länger geplant. In Lausanne studierte er nebenbei Sportwissenschaft und Germanistik und bildete sich zum Lehrer aus. Aktuell unterrichtet er in Yverdon 17 Lektionen Deutsch und 3 Lektionen Sport. Im Sommer tritt er in Lausanne eine neue Stelle an.

Da seine Frau Michela, die ihn seit 15 Jahren an die Spiele begleitet, aus Yvonand stammt, wird die Familie weiterhin in der Westschweiz bleiben. Natürlich verspüre er Wehmut, dass die Karriere nun vorbei sei, gesteht Geiser. «Aber mein Sohn spielt bereits eifrig Fussball. Ich stehe wohl schneller wieder auf dem Platz, als ich mir vorstelle.»

Berner Zeitung

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