Auf-/Absteiger und der beste Verlierer gesucht

Im Amateurfussball herrscht derzeit pure Spannung – von der 2. Liga inter bis zur 3. Liga.

Dürrenasts Simon Hadorn spürt das Abstiegsgespenst im Nacken. Foto: Christian Pfander

Dürrenasts Simon Hadorn spürt das Abstiegsgespenst im Nacken. Foto: Christian Pfander

Peter Berger@PeterBerger67
Adrian Lüpold

Heute Samstag herrscht auf den regionalen Fussballplätzen Hochbetrieb. In der 2. Liga interregional liefern sich Lerchenfeld und Prishtina ein Fernduell um den dritten Absteiger neben Subingen und Timau Basel. Zwei Runden vor Schluss liegen die Thuner zwei Zähler vor den Stadtbernern. Gewinnen sie gegen Moutier und holt Prishtina gegen Tavannes/Tramelan nicht mehr als einen Punkt, sind die Oberländer gerettet.

Eine Liga tiefer fallen an der Spitze wie auch am Ende der ­Tabelle Entscheidungen. In der 2. Liga regio Gruppe 1 kommt es zur Finalissima um den Aufstieg zwischen Muri-Gümligen und Spiez. In der Gruppe 2 kann Kirchberg mit einem Sieg beim drittplatzierten Azzurri Biel die zweite Promotion in der Clubgeschichte in die 2. Liga interregional perfekt machen.

Die Emmentaler liegen vor der Schlussrunde einen Zähler vor Courgenay, das seinerseits beim Tabellenvierten Besa Biel gastiert. Während in der «Jura-Gruppe» mit Schönbühl und Aurore Biel die Absteiger bereits bekannt sind, kommt es in der Gruppe 1 zum Showdown zwischen Bosporus und Dürrenast.

Die Vorteile liegen dabei bei den Stadtbernern, die einerseits einen Punkt Vorsprung haben und andererseits mit Schlusslicht Interlaken die vermeintlich einfachere Aufgabe haben als Dürrenast. Die Thuner empfangen Ostermundigen und müssen in jedem Fall einen Punkt mehr holen als Bosporus, wollen sie sich dank der besseren Strafpunktwertung retten.

Weil wie üblich vier Zweitligisten (je zwei aus der Gruppe 1 und 2) in die 3. Liga absteigen, aus der 2. Liga interregional jedoch nur ein Berner absteigen wird (Prishtina oder Lerchenfeld), wird ein fünfter Drittligist in die 2. Liga regio aufsteigen können. Neben den vier Gewinnern aus den Barragespielen wird dies auch der beste Verlierer aus diesen K.-o.-Spielen sein.

5. Aufsteiger aus der 3. Liga

Der 5. Aufsteiger ist indes heute Abend nur klar, wenn er mehr Punkte aufweist als die anderen Verlierer der Barragespiele. Es zählen dabei die Resultate nach der regulären Spielzeit. Sind zwei oder mehr Teams der vier Verlierer punktgleich, entscheiden die Strafpunkte. Erfolgen nur Verwarnungen (1 Strafpunkt) oder Platzverweise (2 Strafpunkte), wären diese schnell ermittelt.

Es muss indes der Rapport der Schiedsrichter abgewartet werden. Die Unparteiischen müssen ihre Berichte bis Montag um 10 Uhr übermittelt haben. Geschieht nichts Aussergewöhnliches, ist die Angelegenheit rasch klar. Je nach Vorfall würde sonst am Dienstagabend die Disziplinarkommission tagen.

Der fünfte Aufsteiger könnte somit im Extremfall erst am Mittwoch bekannt sein, sagt Rudolf von ­Gunten. Der Leiter Wettspielkommission erklärt, warum bei punktgleichen Teams die Rapporte abgewartet werden müssen: «Schiedsrichterbeleidigungen, das Abbrennen von Pyromaterial können zu Bussen und Strafpunkten führen.»

Dass derartige Vorfälle nicht auszuschliessen sind, zeigte vor einem Jahr die Barrage zwischen Langnau und Bosporus, als die Partie wegen Tumulten unterbrochen werden musste und nach der Partie Pyros gezündet wurden.

Rapporte abwarten

Deshalb kann der zusätzliche Aufsteiger nur heute feiern, wenn er mehr Punkte aus den zwei Barragepartien nach der regulären Spielzeit aufweist als die anderen Verlierer. Gut sieht derzeit die Lage für Länggasse aus. Der Berner Quartierclub hat nach dem 2:1-Sieg aus dem Hinspiel gegen Vicques bereits 3 Punkte auf dem Konto und zudem eine saubere Weste, was die Strafpunkte betrifft.

Verliert das Team von Patrick Baumann das Rückspiel, lässt sich dabei aber erneut nichts zuschulden kommen, stünden die Chancen sehr gut, als bester Verlierer aufzusteigen. Doch solche Szenarien sind kaum in den Köpfen der Akteure, vielmehr streben alle Barrageteams heute den direkten Aufstieg an – als Gewinner, nicht als Verlierer.

Keine Barrage mehr

Das Prozedere mit den Barragespielen kommt heuer vorerst letztmals zur Anwendung. Ab nächster Saison steigen die acht Gruppensieger der 3. Liga direkt in die 2. Liga auf. Da es bei vier Absteigern aus der 2. Liga regio (je zwei Gruppe 1 und Gruppe 2) bleiben wird, werden ab der Saison 2020/2021 die beiden Gruppen je 14 statt wie bisher 12 Teams umfassen.

Berner Zeitung

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