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An den Erfolg glauben

Noëlle Frey von Rotweiss Thun ist Teil eines Frauen-Handball-Nationalteams, das zuletzt grosse Fortschritte gemacht hat. Und diese bei der 26:35-Niederlage gegen Olympiasieger Russland in Gümligen demonstrierte.

Noëlle Frey (rechts) erzielt gegen Russland einen Treffer. Foto: Keystone
Noëlle Frey (rechts) erzielt gegen Russland einen Treffer. Foto: Keystone

Sie ist im Schweizer Nationalteam in Abwehr und Angriff gesetzt. Noëlle Frey versucht sich als Kreisläuferin in Szene zu setzen, kommt aber auch in einer zentralen Defensivposition zum Einsatz. Als eine der routinierten Spielerinnen in einer Equipe, der auch zahlreiche junge Akteurinnen angehören. «Ich übernehme gerne Verantwortung», sagt die 27-jährige Aargauerin, die seit 2017 für Rotweiss Thun spielt.

Verantwortung in einem Team, das zuletzt grosse Fortschritte gemacht, im Juni erstmal mit dem Playoff die letzte Stufe der WM-Qualifikation erreicht hat. Dieses ging dann gegen Dänemark klar verloren. Am Sonntag zeigten nun die Schweizerinnen, dass sie mittlerweile auch gegen Weltklasseteams nicht mehr krass unterlegen sind. In Gümligen unterlagen sie Olympiasieger Russland 26:35, nachdem sie in der ersten Halbzeit zeitweise gar geführt hatten.

Besser ausgebildet

«Martin Albertsen sagt uns immer wieder, dass wir an den Erfolg glauben sollen», nennt Frey einen der Gründe für die verbesserten Leistungen. «Dies habe ich bei keinem Trainer zuvor so erlebt.» Der Däne führte Bietigheim zum deutschen Meister­titel und gilt als international renommierter Fachmann in Sachen Frauenhandball. «Auch taktisch hat er uns ein paar neue Dinge beigebracht», sagt Frey.

Partien gegen ähnlich stark eingestufte Konkurrentinnen entscheiden die Schweizerinnen heute oft für sich. Dazu kommt die Ausbildung der Spielerinnen, die ab nächstem Jahr durch die Gründung der Frauen-Akademie nochmals verbessert wird. «Die Jungen sind technisch weiter,als ich es in diesem Alter war», sagt Frey. Mit Malin Altherr (Brühl St. Gallen) kommt eine 16-Jährige bereits regelmässig zum Einsatz.

Aufwand ist gross

Dazu kommt, dass die Bereitschaft der Spielerinnen grösser geworden ist, ins Ausland zu wechseln. Davon hat auch das Männer-Nationalteam sehr profitiert. Auch Noëlle Frey spielte einst in der Bundesliga, für Blomberg-Lippe. «Dort ist es möglich, als Halbprofi Handball zu spielen», schildert sie einen grossen Unterschied zur Schweizer Liga. Die Marketingspezialistin arbeitet 80 Prozent bei Energie Wasser Bern, dazu kommen noch vier Trainingseinheiten und die Spiele mit Rotweiss und die Übungseinheiten und Partien mit dem Nationalteam.

«Im Moment macht alles noch sehr viel Spass», sagt Frey. «Die Teilnahme an der EM 2020 dürfte trotz der Fortschritte nur sehr schwer zu realisieren sein. Um sich eine Chance aufrechtzuerhalten, sind zwei Siege gegen die Slowakei im März 2020 Pflicht.

«An einer Endrunde teilzunehmen, wäre sehr schön», sagt Frey. 2024 könnte sich eine Möglichkeit ergeben. Die Schweiz interessiert sich dafür, als Co-Gastgeber die EM auszurichten. Frey wäre dann 32 Jahre alt. Ob sie bereit ist, bis dann den grossen Aufwand auf sich zu nehmen, weiss sie noch nicht.

Vielleicht werden es die Nachfolgerinnen von Noëlle Frey sein, die an Endrunden teilnehmen. Und sie wäre dann eine derjenigen gewesen, die der nächsten Generation mit den Weg dazu bereitet haben.

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