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Am Anfang heult der Maserati, am Ende jubeln die Langnauer

Die SCL Tigers gewinnen in Lugano 4:2, bauen damit den Vorsprung auf die neuntplatzierten Tessiner auf acht Punkte aus.

Bereits in der dritten Minute können die Spieler der Tigers jubeln: Flurin Randegger trifft zum 1:0.
Bereits in der dritten Minute können die Spieler der Tigers jubeln: Flurin Randegger trifft zum 1:0.
Keystone
Während eines Powerplays bauen die SCL Tigers ihre Führung aus.
Während eines Powerplays bauen die SCL Tigers ihre Führung aus.
Keystone
Am Ende setzen sich die SCL Tigers mit 4:2 gegen Lugano durch.
Am Ende setzen sich die SCL Tigers mit 4:2 gegen Lugano durch.
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Eines muss man dem guten Mann lassen: Er versteht sein Metier. Wie in Eishallen üblich, dreht auch in der Resega während der Pausen ein Auto seine Runden. Wobei, einfach nur Runden drehen, das wäre viel zu langweilig. Und vor allem würde es nicht zu diesem bulligen Maserati passen. Also lässt der Fahrer den Motor immer wieder laut aufheulen und die italienische Nobelkarosse im Kreis schlittern.

Bestimmt hätten die Lugano-Fans sich eine ähnlich mitreissende Darbietung ihres Teams gewünscht. Doch sie werden enttäuscht, das hochkarätig besetzte Tessiner Ensemble unterliegt den SCL Tigers 2:4. Für die Emmentaler ist dieser Sieg mit Blick auf die Tabelle unglaublich wichtig. Weil ihr Vorsprung auf das direkt unter dem Strich klassierte Lugano nun acht Zähler beträgt. Entsprechend laut ist der Jubel in der Gästegarderobe Minuten nach Spielende. Wobei Pascal Berger einschränkt: «Holst du drei Punkte in Lugano, ist das sehr positiv. Darüber dürfen wir uns freuen, aber nur kurz. Weil es in dieser Saison einfach nichts leiden mag, das haben uns die letzten beiden Spiele gezeigt.»

Überragender Ciaccio

0:3 und 1:5 hatten die SCL Tigers zuletzt gegen Genf und Davos verloren, gerade die Niederlage im Bündnerland schmerzte besonders. Doch so fehlerhaft die Langnauer am Sonntag noch agiert hatten, so konzentriert, ja gewissenhaft, gingen sie in Lugano ans Werk. «Wir fanden wieder zu unserem Spiel zurück, das hat über weite Strecken gut funktioniert», hält Tigers-Captain Berger fest.

Die Resega kann ein wunderbares Tollhaus sein. Am Dienstag allerdings zog Flurin Randegger im übertragenen Sinn den Stecker, ehe die Curva Nord Betriebstemperatur erreicht hatte. Nach knapp drei Minuten erzielte der wegen Personalnot vom Verteidiger zum Center umfunktionierte Bündner das 1:0. Es sollte wegweisend sein: Weil die Führung den SCL Tigers nach zuletzt mässigen Darbietungen Selbstvertrauen einhauchte. «Wir haben auch gegen Genf und Davos gut angefangen, aber dann verloren wir den Faden, das ist uns nun nicht passiert», sagt Berger.

Gewiss, die Luganesi hatten während 40 Minuten mehr Spielanteile, sie erarbeiteten sich ein Chancenplus. Gerade im zweiten Abschnitt machten sie gehörig Druck auf das Gehäuse von Damiano Ciaccio. Aber der Tigers-Torhüter zog einen glänzenden Abend ein, brachte mit seinen Paraden die Luganesi auf dem Eis und den Rängen zum Verzweifeln und hielt seine Mannschaft damit im Spiel. Letztlich wehrte er 30 Schüsse ab. «Er gibt uns in jedem Spiel eine Chance, um zu gewinnen. Und heute hat er seine Klasse einmal mehr unter Beweis gestellt», lobt Berger. Der Captain stellte mit dem 2:0 zu Beginn des dritten Drittels die Weichen auf Sieg. Doch die Luganesi wusste sowohl darauf, als auch auf das schön herausgespielte 3:1 durch Alexei Dostoinow eine Antwort, weshalb die Langnauer sich erst nach Aaron Gagnons Empty-Netter in der Schlussminute des Sieges sicher sein konnten.

Schicksal in eigenen Händen

Die Reise in den Süden hat sich für die SCL Tigers also zweifellos gelohnt. Mit dem Erfolg halten sie einen direkten Konkurrenten im Kampf um einen Playoffplatz in Schach. Gleichwohl hat Berger recht, wenn er betont, man dürfe derzeit bloss nicht zu oft auf die Tabelle schauen. Für Zuschauer wie Direktbeteiligte ist dieser unglaublich spannende Strichkampf hoch attraktiv. Und für die SCL Tigers ist die Lage elf Runden vor dem Qualifikationsende immer noch komfortabel – weil sie ihr Schicksal in den eigenen Händen halten.

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