Wacker: Zusammenhalten

Mit einem Auswärtsspiel beginnt für Titelverteidiger und Cupsieger Wacker Thun heute die Playoff-Viertelfinal-Serie gegen Suhr. Eine Schlüsselrolle haben die Brüder Simon und Stefan Huwyler.

<b>Das Gerüst:</b> Simon (links) und Stefan Huwyler bilden den bei Wacker so wichtigen Innenblock.

Das Gerüst: Simon (links) und Stefan Huwyler bilden den bei Wacker so wichtigen Innenblock.

(Bild: Christian Pfander)

Als sich Wacker und die Kadetten jüngst unentschieden trennten, gab es sehr wohl einen Sieger. Simon Huwyler hatte als Antreiber und als Vorkämpfer geglänzt, er war der Mann, an dem sich die Schaffhauser Angreifer die Zähne ausbissen. Zum Best Player wurde der Aargauer gewählt, und dies geschah zur Freude seiner Mitstreiter, die dem Schwerarbeiter die Auszeichnung offensichtlich gönnten.

Hinter dem Verteidigungsspezialisten lagen schwierige Wochen; im Cupfinal hatte er genauso wenig mittun dürfen wie ein paar Tage davor in Aarau. «Ich hatte einige schlechte Spiele hingelegt, und da war es logisch, dass ich irgendwann nicht mehr berücksichtigt wurde – das ist schliesslich Leistungssport hier», sagt er.

Im Sommer stiess der 28-Jährige zu den Berner Oberländern; deren Teammanager Remo Badertscher hatte ihn in der Saison davor nach einer Begegnung angesprochen und gefragt, ob er sich einen Wechsel vorstellen könne. Das tat er. «Ich hatte nach über zehn Jahren beim TV Endingen Lust auf eine Veränderung.»

Das Interesse aus Thun schmeichelte ihm, die Deckungsarbeit Wackers hatte ihn stets fasziniert. «Ich sagte immer: Wir müssen verteidigen wie die Thuner.» Deren offensiv interpretiertes 6:0-System imponierte ihm, zumal «jeder dem andern hilft».

Und mit Stefan Huwyler (26) war der Bruder beim Spitzenclub beschäftigt. Vom sich abzeichnenden Transfer erfuhr dieser «wohl so ziemlich als Letzter», wie er erzählt. «Einfluss hatte ich nicht genommen. Ich freute mich sehr, als ich erfuhr, dass Simon zu uns kommen würde.»

Das Leon-Spiel als Referenz

Stefan litt mit, als Simon vorübergehend bloss Ergänzungskraft war. «Das Schicksal des Bruders interessiert einen natürlich noch ein bisschen mehr als dasjenige eines ‹normalen› Teamkollegen.»

Im bevorstehenden Playoff dürften Lehrer Stefan und Landschaftsgärtner Simon Huwyler den Innenblock des Titelverteidigers bilden – wie einst beim Stammverein Endingen und vor allen Dingen wie im Herbst im Champions-League-Heimspiel gegen Ademar Leon, als Wacker gegen den spanischen Spitzenclub eine Parforceleistung gelang, die nicht belohnt wurde (25:26). Die Aargauer Brüder verteidigten Seite an Seite, und dies exzellent, weswegen sie von Coach Martin Rubin an der anschliessenden Pressekonferenz ein Sonderlob kriegten.

Es gibt im Handball dankbarere Aufgaben als jene des Verteidigungsspezialisten. Eine Menge einstecken muss dieser, im Fokus der Zuschauer stehen derweil jene, die angreifen. Stefan Huwyler sagt, damit könne er umgehen. «Wenn deine Mannschaft gewinnt und du mit einer konzentrierten Abwehrleistung dazu beigetragen hast, ist dies Befriedigung genug.» Und mit dem Bruder nebenan macht das Decken gewiss noch ein bisschen mehr Spass.

Thuner Tagblatt

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