Epischer Kampf, spätes Drama

Zwei Platzverweise, Last-Minute-Tore in der regulären Spielzeit und der Verlängerung: Der FC Rothorn schied gegen Sursee mit Ach und Krach aus dem Cup aus.

Kevin von Bergen (rechts) überläuft Sursees Chris Kaufmann – am Ende hatten aber doch die Luzerner die Nase vorn.

Kevin von Bergen (rechts) überläuft Sursees Chris Kaufmann – am Ende hatten aber doch die Luzerner die Nase vorn.

(Bild: Walter Dietrich)

Adrian Lüpold

Alles schien angerichtet für das Elfmeterschiessen. Doch in der 119. Minute zerplatzten die Cupträume des FC Rothorn wie Luftballons an einem Stacheldraht. Sursees Einwechselspieler Ushtrim Hasani erzielte nach einem zügigen Konter das 2:1 für die Innerschweizer, die kurz darauf auch noch das 3:1 ins leere Oberländer Tor buchten und so ihr Ticket für die Runde der letzten 32 Teams im Schweizer Cup sicherten.

Die zwei Last-Minute-Tore trafen die Brienzer mitten in ihr grosses Kämpferherz, mit dem sie vorher fast zwei Stunden lang die mehr als 300 Zuschauer auf dem idyllischen Sportplatz Lamm entzückt, unterhalten und die Verlängerung in dieser intensiven Partie erzwungen hatten.

Der FC Rothorn aus der 2. Liga regional war dem oberklassigen Gegner aus der 2. Liga interregional nämlich mindestens auf Augenhöhe begegnet und verpasste den Einzug in die nächste Runde bei seiner ersten Teilnahme am helvetischen Cup letztlich nur um Haaresbreite.

«Es war eine tolle Erfahrung, im Cup mitzuspielen, auch wenn es am Ende natürlich sehr bitter ist, so auszuscheiden», sagte Captain und Goalie Manuel Hadorn nach dem epischen Kampf, bei dem er ganz am Schluss nach dem 1:2 auch noch selber mitgestürmt war, um irgendwie das Elfmeterschiessen zu erzwingen. «Unsere letzten drei Penaltyschiessen im Berner Cup konnten wir gewinnen. Deshalb wären wir gerne wieder dorthin gekommen», erklärte Hadorn.

Überzahl nach 30 Minuten

Dabei hätten die Berner Oberländer die Partie mit mehr Wettkampfglück und besserer Chancenverwertung durchaus auch schon in der regulären Spielzeit zu ihren Gunsten entscheiden können. Bereits nach einer halben Stunde konnten die Brienzer in nummerischer Überzahl agieren, nachdem der Luzerner Kevin Arnold nach einem groben Foul des Feldes verwiesen worden war.

Rothorn nutzte die vorhandenen Räume in Überzahl auch geschickt aus, schickte mit Zuspielen in die Tiefe immer wieder die beiden schnellen Stürmer Alain Chevrolet und Sulejman Rakipi auf die Reise und generierte so im ersten Spielabschnitt einige klare Tormöglichkeiten. Die dickste Chance zu reüssieren hatte indes Yanick Widmer kurz nach der Pause; er brachte den Ball aus wenigen Metern nicht im Tor der Luzerner unter. «Es ist schade, konnten wir in der Phase mit einem Mann mehr unsere Chancen nicht verwerten. Das hätte dem Spiel eine andere Richtung gegeben», sagte Captain Hadorn.

FCR schwächt sich selber

Stattdessen schwächte Rothorns Aussenverteidiger El Mehdi Ajjaoui seine Equipe mit einem komplett unnötigen Platzverweis nach einer Stunde. Ajjaoui glaubte nach einem Ballverlust, dass er gefoult worden sei und beleidigte den Schiedsrichter, weil dieser nicht gepfiffen hatte.

Später brachte Lars Unternährer Sursee in Führung (76.). Die Luzerner wiegten sich nun in Sicherheit, hatte aber nicht mit der ungeheuren Moral der Brienzer gerechnet. Rothorn mobilisierte sämtliche Reserven und erzwang dank eines Kopfballtreffers in der 90. Minute des eingewechselten Juniors Laurin Bauer die Verlängerung. Allerdings kostete dieser Kraftakt wohl jene entscheidenden Körner, die Rothorn am Ende der Verlängerung leider fehlten.

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