Chancenlos eine Chance verpasst

Im Cupfinal der Frauen hat YB gegen den FC Zürich gleich mit 0:5 verloren. Trotz der Kanterniederlage zeigen sich die Spielerinnen stolz auf das Erreichte.

Jubelnde Zürcherinnen, enttäuschte Bernerinnen: YB war im Cupfinal gegen den FCZ chancenlos.

Jubelnde Zürcherinnen, enttäuschte Bernerinnen: YB war im Cupfinal gegen den FCZ chancenlos.

(Bild: Peter Schneider/Keystone)

«Es ist eine Enttäuschung», hält YB-Spielerin Meret Wälti kurz nach der Medaillenübergabe fest. Wie ihre Teamkolleginnen erscheint auch sie mit einem hängenden Kopf in den Katakomben. Erst einige Minuten sind zu diesem Moment seit dem Schlusspfiff vergangen – aber die Frage nach dem Cupsieger erledigte sich schon früh im Spiel. Die YB-Frauen gerieten in der Abwehr bereits in den ersten Minuten unter Druck und wirkten im Angriff ideenlos. Durch ein Doppelpack von Ex-Nationalspielerin und FCZ-Captain Fabienne Humm lagen die Zürcherinnen zur Halbzeit bereits mit 2:0 in Front.

Und spätestens als Naomi Mégroz nach schöner Vorarbeit der gebürtigen Emmentalerin Martina Moser nach knapp einer Stunde auf 0:3 stellte, war dieses Spiel entschieden. «Dieser Treffer nahm uns noch die letzte Hoffnung», meint Wälti. Während YB den Schaden in Grenzen halten wollte, spielten sich die Zürcherinnen in einen regelrechten Rausch. Coumba Sow – die Cousine von YB-Spieler Djibril Sow – und Lorena Baumann machten den Kantersieg des FCZ perfekt. 0:5 klingt zwar happig, aber allen Beteiligten ist klar: Es ist verdient. Denn die Bernerinnen waren chancenlos.

Solide Tschudin

Wälti sieht aber nicht nur das Schlechte. «Wir können trotzdem stolz auf uns sein.» Denn dass sie mit diesem Team überhaupt den Cupfinal erreichte, war schon eine grosse Leistung. Im Sommer verloren die Young Boys sieben ihrer Spielerinnen ins Ausland und füllten die Lücken mit jungen Akteurinnen. Im Cupfinal wies die Startelf einen Altersdurchschnitt von 22,1 Jahren auf. Zum Vergleich: Bei den Zürcherinnen waren es 25,4 Jahre.

Besonders stolz darf YB-Torhüterin Michèle Tschudin auf ihre Leistung sein. Denn obwohl sie fünf Tore kassierte, absolvierte die 18-Jährige – die nächste Saison zum FC Basel wechseln wird – ein solides Spiel. Die Fehler passierten vor allem in der Verteidigung, allen voran bei Shenia Schmid. Die 24-Jährige erwischte einen rabenschwarzen Tag, war sie doch bei jedem Gegentreffer beteiligt.

Kleiner Trost für YB

Die Frauen des FC Zürich verteidigen also den Titel und dürften das Double aus dem letzten Jahr bestätigen. In der Liga fehlt ihnen nämlich noch ein Sieg zur Meisterschaft. Anders präsentiert sich die Situation bei den Young Boys. Mit der Niederlage im Cupfinal haben sie eine grosse Chance verpasst. In der Meisterschaft liegen sie momentan auf dem zweitletzten Platz. «Es schmerzt schon, aber wir haben unser Bestes gegeben», meint Captain Florijana Ismaili. Trainerin Marisa Wunderlin drückt es klar und deutlich aus: «Wir haben einfach kein gutes Spiel gezeigt.» Einen kleinen Trost gibt es für die YB-Frauen trotzdem: Die Bernerinnen bleiben nach wie vor Rekordcupsieger. Der FC Zürich kommt nun allerdings auf 14 Erfolge – und zählt somit nur noch einen weniger als YB.

Berner Zeitung

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