Berns bester Jungfechter reist im Zug an die EM

Jonathan Fuhrimann ist in seiner Kategorie national die Nummer 1 im Fechten, international die Nummer 2.

Der 16-jährige Jonathan Fuhrimann hat hohe Ziele. Foto: Adrian Moser

Der 16-jährige Jonathan Fuhrimann hat hohe Ziele. Foto: Adrian Moser

Peter Berger@PeterBerger67

Jonathan Fuhrimann ist gut, sehr gut. So gut, dass er sich erstmals für die Europameisterschaft qualifiziert hat. In Italien tritt er sowohl als Cadet (U-17) wie auch als Junior (U-20) an. «Im Einzel ist ein Podestplatz mein Ziel, mit der Mannschaft wollen wir Gold gewinnen», sagt der 16-jährige Berner forsch.

Die Resultate in dieser Saison haben Fuhrimann Selbstvertrauen gegeben. Im Europacup wurde er einmal Zweiter und einmal Dritter. Mit dem Team resultierten Platz 1 und 2. «Am Anfang haben mich die Resultate selber etwas überrascht», gibt Fuhrimann zu. Mit den Erfolgen sind auch seine Erwartungen gestiegen.

Aktuell ist Fuhrimann die Nummer 1 auf der Schweizer Qualifikationsliste der Kategorie Cadets und die Nummer 2 international. Im Fechtclub kann man sich nicht an einen Berner Cadet erinnern, der es so weit gebracht hat.

Fuhrimann trainiert drei- bis viermal pro Woche im Fechtclub Bern. Trainer Silvio Fernandez ist stolz: «Wir freuen uns sehr, dass das Training Früchte trägt.» Der frühere Weltklassefechter aus Venezuela ist die Triebfeder beim Vorhaben, aus dem Club im Berner Länggassquartier ein Nachwuchs- und nationales Leistungszentrum zu machen. Fuhrimann ist nun quasi das Vorzeigeprodukt.

Zuletzt hatte der Gymnasiast allerdings mit Problemen zu kämpfen. Eine arge Grippe und eine Oberschenkelverletzung bremsten ihn. «Doch für die EM bin ich fit.» Der 16-Jährige ist mit dem Zug nach Foggia in die Region Apulien gefahren. Zehn Stunden dauerte die Reise.

«Das macht mir nichts aus, ich reise gerne. Zudem finde ich es unnötig, zu fliegen, wenn es mit dem Zug auch geht. Und das Fliegen mit dem Ein- und Auschecken sowie den Transfers wäre auch nicht wesentlich schneller.»

Seine Degenwettkämpfe beginnen am Sonntag mit dem U-17-Einzel und enden eine Woche später am Sonntag mit dem U-20-Teamwettkampf. Am Montag wird er dann mit dem Zug heimkehren und sich am Dienstag im Gymnasium Kirchenfeld wieder dem Schwerpunktfach bildnerisches Gestalten und der Physik widmen.

Ist das nicht gar viel für einen, der im März erst 17 Jahre alt wird? «Die Mehrbelastung ist bisher kein Problem», sagt Fuhri­mann. Vielmehr will er im Sommer dann auch wieder vermehrt seiner zweiten sportlichen Leidenschaft nachgehen. «Ich spiele seit Jahren Rugby beim RC Bern. Wegen der Verletzungsgefahr verzichte ich während der Fechtsaison jeweils darauf. Wobei ich gestehen muss, dass ich mich beim Rugby noch nie, beim Fechten allerdings schon verletzt habe.»

Berner Zeitung

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