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Voeckler neuer Leader – Winokurows Unfall

Ein Massensturz führt in der 9. Etappe zu einem Leaderwechsel in der Tour de France und möglicherweise zum Ende der Karriere von Alexander Winokourow.

Viele Stürze, viel prominente Opfer: Jurgen Van den Broeck (l.) und David Zabriski mussten die Tour aufgeben.
Viele Stürze, viel prominente Opfer: Jurgen Van den Broeck (l.) und David Zabriski mussten die Tour aufgeben.
Keystone

Etappensieger des ereignisreichen Teilstücks wurde Luis-Leon Sanchez (Sp). Thomas Voeckler (Fr) löste Thor Hushovd (No) an der Spitze des Gesamtklassementes ab.

100 km vor dem Ziel ging in der Abfahrt vom Col du Pas de Peyrol wahrscheinlich die Karriere von Alexander Winokourow zu Ende. In einer Linkskurve kam es zu einem Massensturz. Winokourow stürzte den Abhang hinunter gegen einen Baum, wobei er sich den Oberschenkel brach. Zwei Teamkollegen sowie zwei Samariter halfen Winokourow zurück auf die Strasse. Der Volksheld aus Kasachstan hatte es in seiner letzten Profisaison als seinen grossen Traum bezeichnet, einmal in der Tour de France das Maillot jaune zu tragen. Dieser Traum endete für Winokourow im Graben. Mit Jurgen Van den Broeck schied beim gleichen Zwischenfall ein weiterer Teamcaptain aus. Der Belgier, letztes Jahr als Fünfter die grosse Entdeckung der Rundfahrt, setzte zwar die Fahrt vorerst fort, musste dann aber nach wenigen Kilometern wegen eines gebrochenen Schulterblattes aufgeben. Ebenfalls ausscheiden mussten nach dem Sturz David Zabriskie mit einem gebrochenen Handgelenk und Frederik Willems mit einem Schlüsselbeinbruch.

Als wenn der Stürze nicht schon genug gewesen wäre, kam es 37 km vor Schluss an der Spitze zu einer Kollision. Ein Begleitauto, das die Spitzengruppe überholte, fuhr Juan Antonio Flecha (Sp) und Johnny Hoogerland (Ho) über den Haufen. Trotz ihren Verletzungen nahmen die beiden Fahrer das Rennen wieder auf, trafen aber mit grossem Rückstand im Ziel ein.

Cancellara koordinierte mit

Nach dem Massensturz drosselte das Feld das Tempo, um den Nachzüglern das Aufschliessen zu erleichtern. Thor Hushovd, Philippe Gilbert und Fabian Cancellara hatten sich an die Spitze des Feldes begeben, um die Aktion zu koordinieren. Die Temporeduktion gereichte den Flüchtlingen zum Vor- und Hushovd zum Nachteil. Der Norweger musste das Maillot jaune, das er am Vorsonntag in der 2. Etappe nach dem Mannschaftszeitfahren übernommen hatte, praktisch kampflos preisgeben. Am Schluss insistierte der Strassenweltmeister überhaupt nicht mehr und liess sich im Ziel einen Rückstand von 6:47 Minuten notieren. «Unter diesen Umständen war es ausgeschlossen, das Leadertrikot zu verteidigen», sagte Hushovds sportlicher Leiter Lionel Marie.

An der Spitze hatte Thomas Voeckler alles Interesse am Gelingen des Unternehmens. Vor dem Start 19. des Gesamtklassementes mit 1:29 Minuten Rückstand, winkte ihm die Aussicht auf die Übernahme des Maillot jaune. So ging der Etappensieg an Luis-Leon Sanchez, der sich schon 2008 (Aurillac) und 2009 (Saint-Girons) in der Tour de France ausgezeichnet hatte.

Wieder im Maillot jaune

In Saint-Flour in der Auvergne stand Thomas Voeckler wieder da, wo er sich vor sieben Jahren in die Herzen der Franzosen gefahren hatte: im Maillot jaune. Damals trug er die Auszeichnung während zehn Tagen. «Ich kann nicht jedes Jahr Etappen gewinnen. Ich tat alles, was möglich war, aber letztlich muss man Prioritäten setzen. Diesmal setzte ich auf das Maillot jaune», erklärte Voeckler, der letztes und vorletztes Jahr immerhin einen Tageserfolg verbuchen konnte. Aber wenn der Vorsprung des Franzosen im Gesamtklassement beträchtlich ist, muss er doch als Leader auf Zeit eingestuft werden. Sein Erfolg ist auch ein Erfolg für das Zweitdivisions-Team Europcar. Hauptsächlich wegen Voeckler hatte es eine Einladung zur Tour de France erhalten.

(si)

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