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Triumphzug der Maschine mit Köpfchen

Fabian Cancellaras dritter Sieg bei Paris–Roubaix war eine Meisterleistung und forderte den Berner wie nie zuvor.

Wie der Himmel wohl aussehen mag in diesem Moment? Strahlt er vielleicht ein bisschen blauer, wirkt ein bisschen unendlicher? Wenn man am Boden liegt, alle viere von sich gestreckt, und sich bewusst wird, was man gerade erreicht hat? Wenn der Körper so schmerzt, dass Stehen keine Option mehr ist? Ein paar Minuten liegt Fabian Cancellara so da, auf dem grün-braunen Rasen in der Mitte des alten Velodroms in Roubaix. Sekunden vorher ist er in extremis dem kleinen Zirkel derer beigetreten, die Paris–Roubaix dreimal oder mehr gewinnen konnten. Minuten vorher hatte er seinen letzten verbliebenen Mitstreiter Sep Vanmarcke wiederholt gefragt, wie dieser sich fühle (jener dazu: «Die einzige Antwort darauf wäre natürlich gewesen: Ich bin am Ende.»). Und Stunden vorher war Cancellara als unangefochtener Favorit zu einem Rennen gestartet, von dem er noch nicht wissen konnte, dass es zu den wohl aufregendsten Klassikern der letzten Zeit zählen würde, und das ihm körperlich und taktisch alles abverlangen würde, mehr als je ein Rennen zuvor.

Cancellara hat danach Mühe, Worte zu finden und entschuldigt sich dafür: «Es mag so aussehen, als ob ich unmotiviert sei oder gar nicht so glücklich», sagt er eineinhalb Stunden nach Rennschluss. «Aber das stimmt nicht. Ich bin nur unendlich müde.» Es wäre wohl treffender, zu sagen, ihm hätten nicht die Worte gefehlt, sondern schlicht die Kraft.

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