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Nach der WM ist vor der WM

Ein Berner Exploit an der Heim-WM blieb aus. Mathias Flückiger verpasste im Cross-Country als Sechster das Podest. Doch der Oberaargauer geht am Samstag schon wieder auf Medaillenjagd.

Mathias Flückiger war mit Ohropax unterwegs und erreichte im Cross-Country-Rennen den sechsten Platz.
Mathias Flückiger war mit Ohropax unterwegs und erreichte im Cross-Country-Rennen den sechsten Platz.
Gian Ehrenzeller, Keystone

Die Titelkämpfe auf der Lenzerheide verkamen zu Schweizer Festspielen. Den Bernern blieb indes nur eine Nebenrolle. Mathias Flückiger erreichte im von Nino Schurter dominierten Hauptrennen Rang 6. Zur Bronzemedaille fehlten ihm 46 Sekunden. «Ich darf zufrieden sein, habe das Maximum aus mir herausgeholt, auch wenn ich mir insgeheim mehr erhofft habe», bilanzierte der Leimiswiler.

Flückiger musste sich einzig vorwerfen lassen, dass er im Augenblick, als der spätere Bronzegewinner Mathieu van der Poel angegriffen hatte, zu wenig aufmerksam war und nicht reagiert hatte. «Ehrlich gesagt dachte ich: Der büsst für seinen Effort, das zieht er nicht durch», meinte der Oberaargauer zur entscheidenden Szene. Dass er später während zweier Runden einen Getränkebidon verpasst und deshalb am Ende leichte Krämpfe hatte, war Pech.

Die Betreuer hatten seine Zurufe, dass er keine Cola mehr im Bidon wollte, nicht gehört. Zu laut war der Lärmpegel der frenetischen Zuschauer. Um sich von der imposanten Geräuschkulisse nicht ablenken zu lassen, war Flückiger mit Ohropax gefahren. «So hat es für mich letztlich ideal gepasst. Es war eine coole Stimmung. Ich bin froh, dass ich das erleben durfte.»

Start an Marathon-WM

Trotz der verpassten Medaille auf der Lenzerheide durfte Flückiger in dieser Saison einige Erfolge feiern, die für ihn Meilensteine bedeuten. In Andermatt war er im Juni als erster Berner seit Christoph Sauser 2006 Schweizer Meister geworden. «Dieser Titel bedeutet mir viel. Jetzt kann ich immer mit dem Dress mit dem Schweizer Kreuz starten», freute er sich.

Im August folgte im kanadischen Mont-Sainte-Anne der erste Weltcupsieg. Auch das war für ihn ein historisches Ereignis, schliesslich waren ihm 2010, als er an gleicher Stätte U-23-Weltmeister geworden war, einst von Experten Siege auf höchsten Niveau prophezeit worden.

Und vielleicht kommt in dieser Saison ja noch ein Exploit dazu. Flückiger hat sich entschieden, an der Marathon-WM vom kommenden Samstag in Auronzo (ITA) teilzunehmen. «Ich habe so viel investiert, um jetzt in Topform zu sein, dass ich noch davon profitieren möchte.» Seine zweite Marathon-WM nach 2012 dient auch als Test für 2019, wenn der Wettkampf in Grächen stattfinden wird.

Siegenthaler Sechste

Wie Flückiger am Samstag im Cross-Country blieben am Sonntag auch die Berner Downhiller ohne Edelmetall. Bei den Frauen erreichte Emilie Siegenthaler den 6. Platz. Nachdem sie sich Ende Juli an den Schweizer Meisterschaften in Schönried den Ellbogen ausgerenkt hatte, durfte sich dieses Resultat sehen lassen. «Wenn man schon in gesunden Zustand nicht zu den Top-Medaillenkandidaten gehört, muss man zufrieden sein», meinte die 32-jährige Bielerin.

Zu Platz 3 fehlten ihr zehn Sekunden. «Die Abstände nach vorne sind gross. Ich traute mich nicht, mehr Risiko einzugehen. Das war aber nicht ein mentales Problem, sondern einfach das Niveau, über das ich derzeit nach den wenigen Trainings verfüge», meinte Siegen­thaler.

Der Thuner Lutz Weber war am Freitag im Qualifikationslauf gestürzt und hätte beinahe die Finalteilnahme verpasst. Zudem zog er sich eine Daumenverletzung zu. Der 25-Jährige konnte am Sonntag nur mit Schmerzmitteln antreten und musste sich mit Rang 44 zufrieden geben.

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