Hirschi ist bereits der Plan B

Rad

Der erste Podestplatz auf der World Tour hat den Stellenwert von Marc Hirschi im Team Sunweb erhöht. Diese Woche ist der Berner am Etappenrennen in Belgien und den Niederlanden unterwegs.

Nach dem U-23-EM- und -WM-Titel im Jahr 2018 überzeugt der Ittiger Marc Hirschi nun auch in seiner ersten Saison als Profi.

Nach dem U-23-EM- und -WM-Titel im Jahr 2018 überzeugt der Ittiger Marc Hirschi nun auch in seiner ersten Saison als Profi.

(Bild: Keystone Urs Flüeler)

Peter Berger@PeterBerger67

Der dritte Rang Anfang Monat beim Eintagesrennen in San Sebastián bildet den bisherigen Höhepunkt in Marc Hirschis erstem Jahr als Profi. Als Erleichterung will der bald 21-jährige Berner den ersten Podestplatz auf der World Tour nicht bezeichnen.

«Eine Genugtuung war es aber auf jeden Fall», gesteht Hirschi. Der Neo-Profi hat im ersten Halbjahr bereits wiederholt auf sich aufmerksam machen können. «Es ist schön, dass es im Moment so gut läuft.»

Während er überzeugt, bleibt sein von Tom Dumoulin und Michael Matthews angeführtes Team Sunweb unter den Erwartungen. Erst sechs Saisonsiege konnte der deutsche Rennstall realisieren. Dumoulin fällt seit Monaten aus und führt die Verletztenliste an. Entsprechend steigt der Druck.

«Die Teamleitung ist bemüht, dass die Fahrer davon nicht viel mitbekommen. Aber vor allem diejenigen mit einem Einjahresvertrag werden unruhiger, weil sie bezüglich ihrer Zukunft im Ungewissen sind.» Hirschi ist davon allerdings mit seinem Vertrag bis Ende 2021 nicht betroffen.

Vom Helfer zum Co-Leader

Seit Montag absolviert er die siebentägige Binck-Bank-Tour in Belgien und den Niederlanden. Er beendete die erste Etappe im Feld. Leader des sieben Fahrer umfassenden Teams ist der Däne Sören Kragh Andersen.

Aber Coach Michiel Elijzen hält gleichzeitig fest: «Wir haben auch Marc.» Darauf angesprochen, bleibt Hirschi gewohnt zurückhaltend. «Ich bin der Helfer für Sören. Aber bestimmt hat mein Resultat von San Sebastián einen Einfluss. Ich bin jetzt der Plan B, wenn es mit Sören nicht klappen sollte.»

Mehr Chancen rechnet sich der Ittiger indes Ende Monat an der Deutschland-Tour aus. «Dort sind die Etappen weniger flach und deshalb geeigneter für Ausreisser. Das entspricht mir mehr», weiss Hirschi. Mitte September startet er noch an den beiden Eintagesrennen in Kanada, bevor die Weltmeisterschaft in Grossbritannien ansteht. Den Schlusspunkt der Saison bildet für den Jungprofi die Lombardei-Rundfahrt, das traditionell letzte der fünf sogenannten Monumente des Radsports.

Tief betroffen

Neben den positiven Erfahrungen im ersten Profijahr hat Hirschi aber auch Schattenseiten erlebt. Vor einer Woche ist der nur 22-jährige Belgier Bjorg Lam­brecht an der Polen-Rundfahrt tragisch verunglückt. «Sein Tod hat mich stark berührt. Er war ein ähnlicher Fahrertyp wie ich. Schon seit Juniorenalter haben wir uns duelliert. Dieses Jahr haben wir noch in Norwegen miteinander gesprochen und gesagt, dass wir uns an der WM wiedersehen», erzählt Hirschi traurig.

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