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Ein Bus, ein Bodycheck und kulinarische Fauxpas

Die Tour de France hat viele Geschichten geschrieben. Tagesanzeiger.ch/Newsnet blickt vor jeder Etappe der 100. Austragung zurück. Heute: Pleiten, Pech und Pannen.

Die Tour de France hat ihre erste grosse Story. Die Sache mit dem Teambus von Orica-Greenedge, der beim ersten Ziel in Bastia am Samstag minutenlang stecken geblieben war, hat in der Radsportszene für Unmut, auf den Social Media und im Internet für Häme und Spott gesorgt. Dieser Vorfall mit dem Car ist selbst für diesen traditionellen Sportevent ein Novum. Dabei ist die Rundfahrt reich an Pleiten, Pech und Pannen.

Weniger glimpflich als der Vorfall am letzten Samstag lief die Szene vor zwei Jahren an der Tour mit einem Begleitfahrzeug ab. Nachdem in der 9. Etappe im Zentralmassiv bereits Alexander Winokourow und Jürgen van den Broeck schwer gestürzt waren, rammte ein unvorsichtiger Chauffeur eines Begleitwagens des französischen Fernsehens Juan Antonio Flecha im wahrsten Sinne des Wortes. Der Spanier verlor nach dem Check des Autos das Gleichgewicht und riss Johnny Hoogerland mit. Der holländische Radprofi wurde in hohem Bogen in einen Zaun geschleudert. Zum Glück fuhr ein Schutzengel mit, Hoogerland erlitt «nur» Schnittwunden am ganzen Körper.

Durstig und hungrig

Weil in den frühen Jahren der Tour fremde Hilfe bei den Reparaturen untersagt war, musste der Franzose Eugène Christophe 1913 sein kaputtes Fahrrad 14 Kilometer weit tragen, ehe er endlich einen Schmied fand. Selbst ist der Mann: Der gelernte Schlosser reparierte die gebrochene Gabel selbst und wurde mit Platz 7 in der Gesamtwertung belohnt.

Auch in kulinarischer Hinsicht hat die Tour manche Anekdote zu bieten. 1911 genehmigte sich Ernest Paul am Zwischenstopp in Marseille Austern. In Folge erlitt er eine Fischvergiftung. Der Arzt alarmierte zur Vorsicht die Familie und den Priester. Am nächsten Tag stieg der vermeintlich sterbende Fahrer aus Luxemburg wieder in den Sattel – und fuhr dem Seelsorger und seinen Liebsten auf und davon.

Pedro Delgado wurde 1988 die reiche Flüssigkeitszunahme zum Verhängnis. Er musste einem menschlichen Bedürfnis nachgeben. Der Spanier tat dies ohne Scham vor den vielen Zuschauern, und ohne vom Rad abzusteigen. Die Quittung folgte später von der Jury: Delgado kostete das Pinkelintermezzo 200 Franken. Die Busse tat ihm kaum weh, der Favorit gewann später auch die Tour. 1950 griff der durstige Abdulkadir Saaf nach zwei Getränkeflaschen am Strassenrand. Der Nordafrikaner leerte sie in einem Zug. Zu spät bemerkte er, dass es sich bei der Flüssigkeit nicht um H2O, sondern um Wein handelte. Betrunken schlief der durstige Fahrer unter einem Baum ein und fuhr anschliessend in die falsche Richtung. Der hastige Griff an die Bidons endete schliesslich mit einer Disqualifikation.

A votre santé, Monsieur.

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