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Cancellara: Mit Funkproblemen zu WM-Bronze

Fabian Cancellara muss sich an der Rad-Weltmeisterschaft im Zeitfahren nur Tony Martin und Bradley Wiggins geschlagen geben.

Abgeschlagen: Der Rückstand von Cancellara nach 57,1 km auf den alten und neuen Weltmeister Tony Martin (De) beträgt 48 Sekunden.
Abgeschlagen: Der Rückstand von Cancellara nach 57,1 km auf den alten und neuen Weltmeister Tony Martin (De) beträgt 48 Sekunden.
Keystone

Cancellara wurde im Kampf um den 2. Platz noch knapp vom Briten Bradley Wiggins um zweieinhalb Sekunden abgefangen und holte zum dritten Mal nach 2005 und 2011 die Bronzemedaille. Viermal war der Berner bereits Weltmeister im Kampf gegen die Uhr, ein fünftes Mal sollte in Florenz nicht folgen. Die Streckenführung kam dem 32-Jährigen nicht entgegen, sodass sich Topfavorit Martin verdient zum dritten Mal in Serie den Weltmeistertitel sicherte. Notabene standen neben Martin mit Wiggins und Cancellara dieselben Fahrer wie vor zwei Jahren in Kopenhagen auf dem Podest.

Besonders zu Beginn bot Cancellara dem starken Deutschen harte Gegenwehr, wie es sein Rennplan vorgesehen hatte. Nationaltrainer Luca Guercilena erläuterte die taktischen Überlegungen: "Es gab zwei Möglichkeiten für uns: Entweder fahren wir konservativ und haben im Normalfall eine Medaille auf sicher, oder wir riskieren etwas und versuchen, die Gegner nervös zu machen. Wir entschieden uns für die zweite Variante." Nach sieben Kilometern trennten die beiden Zeitfahrspezialisten lediglich 36 Hundertstel, ehe Martin im flachen, geraden Teil dem Berner viel Zeit abnahm. Jenes Teilstück war geradezu auf den 28-jährigen Profi von Omega Pharma-Quickstep zugeschnitten. Der Deutsche fuhr seine Gegnerschaft in Grund und Boden und schliesslich einem ungefährdeten Sieg entgegen. Damit gewann er nach den WM-Titeln in Kopenhagen und Valkenburg (Ho) nun auch in Florenz den Weltmeistertitel im Zeitfahren.

Wiggins, der Sieger der Tour de France 2012 und Goldmedaillengewinner der Olympischen Spiele von London, scheint indes auf die Titelkämpfe in Florenz rechtzeitig in Form gekommen zu sein. Beflügelt vom Gesamtsieg der soeben zu Ende gegangenen Grossbritannien-Rundfahrt, steigerte er sich gegenüber Cancellara im Verlauf des Rennens und verdrängte den Schweizer auf den letzten Kilometern vom 2. Platz. Dieser hatte unterwegs kaum Anhaltspunkte gehabt, wie schnell er war. "Wegen Funkstörungen hatte ich praktisch keinen Kontakt mit Guercilena, deshalb kannte ich die Zwischenzeiten nicht", sagte Cancellara.

Trotz Platz 3 zeigte sich der Schweizer nicht unzufrieden mit seiner Leistung: "Ich bin nicht enttäuscht, dass es Bronze wurde." Wichtiger als die Farbe der Medaille war für den Profi von Radioshack-Leopard, dass er den Formtest hinsichtlich seines grossen Ziels bestand: Am Sonntag will Cancellara erstmals in seiner Karriere den WM-Titel im Strassenrennen gewinnen.

Ein starkes Rennen fuhr auch der Weissrusse Wassil Kirienka, der am Ende den undankbaren 4. Rang belegte.

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